Faktencheck · Quellen der Polizei

Was schreckt Einbrecher wirklich ab? Ein Faktencheck

Licht, Hund, Attrappe, Aufkleber: Was laut Polizei wirkt, was nur so aussieht, und warum am Ende die Zeit entscheidet, die ein Einbruch kostet.

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Von Patrick Heil · aktualisiert am · Über den Autor

Illustration: Hauseingang in der Dämmerung mit Bewegungsmelder-Leuchte und Kiesweg
Grundriss-Ausschnitt: WohnungstürMarkiert ist Wohnungstür im Grundriss einer Erdgeschosswohnung.
Sie sind hier: Tür

Kurzantwort: Was schreckt Einbrecher ab?

Das Wichtigste in drei Sätzen

Am verlässlichsten schreckt ab, was Zeit kostet: sichtbare, geprüfte Sicherungen an Fenstern und Türen. Die Polizei nennt außerdem beleuchtete Zugänge, aufmerksame Nachbarn und ein bewohnt wirkendes Haus, betont aber, dass Licht und Anwesenheitssimulation keine Sicherung ersetzen. Attrappen bieten laut Polizei keine ausreichende Sicherheit.

Warum ist Zeit der stärkste Abschreckungsfaktor?

Einbrecher wollen nicht entdeckt werden. Laut der Broschüre „Sicher wohnen“ der Polizei (Stand 07/2024) sind die meisten von ihnen Gelegenheitstäter, die sich oft schon durch einfache, aber wirkungsvolle Sicherungen abhalten lassen. Die Polizei schreibt: Sicherungstechnik bedeutet eine längere „Arbeitszeit“, und je mehr Zeit verstreicht, desto größer wird das Entdeckungsrisiko.

Die Statistik stützt das. 2025 blieben laut Polizeilicher Kriminalstatistik 44,9 Prozent der 82.920 erfassten Wohnungseinbrüche im Versuch stecken. Auch der Gesamtverband der Versicherer verweist darauf, dass knapp die Hälfte der Einbrüche scheitert, meist weil die Sicherungstechnik standhält.

Wichtig ist das Wort „sichtbar“. Eine Sicherung, die Täter von außen erkennen, kann schon wirken, bevor sie überhaupt ansetzen. Wie lange geprüfte Bauteile in der Normprüfung standhalten müssen, steht im Ratgeber RC2, VdS und DIN 18104.

Welche Maßnahmen wirken, welche nur so aussehen?

In der Tabelle steht links, was die Polizei sagt, rechts unsere Einordnung daraus. Die Polizei-Kampagne K-EINBRUCH sortiert Maßnahmen zusätzlich in Stufen: Abschließbare Fenstergriffe, Anwesenheitssimulation und Bewegungsmelder-Scheinwerfer allein gelten dort als Level C, also als unzureichend.

Faktencheck: Abschreckung laut Polizei
MaßnahmeWas die Polizei sagtUnsere Einordnung
Geprüfte mechanische Sicherungensteht an erster Stelle; sichtbare Sicherungstechnik wirkt abschreckendwirkt, weil sie Zeit kostet. Die wichtigste Maßnahme.
Einbruchmeldeanlageverhindert keinen Einbruch, erhöht aber das Entdeckungsrisiko deutlichgute Ergänzung zur Mechanik, kein Ersatz
Außenlicht, BewegungsmelderLicht wirkt abschreckend, ersetzt aber keine technische Sicherungsinnvoll an Zugängen; allein laut K-EINBRUCH unzureichend
Anwesenheitssimulationkann ein bewohntes Haus vortäuschen; allein ohne direkte Schutzwirkunghilft im Urlaub, schützt kein offenes Fenster
Aufmerksame Nachbarnkönnen Einbrüche verhindern, schon durch höhere Aufmerksamkeitwirkt und kostet nichts
Kamera- und Alarmattrappenkundige Täter erkennen sie schnell; keine ausreichende Sicherheitnicht empfehlenswert
Abschließbarer Fenstergriff alleinbietet keinen Aufhebelschutznur zusammen mit einbruchhemmendem Beschlag
Hund, Warnaufkleberin den Präventionsempfehlungen nicht genanntkeine belastbaren Daten gefunden

Quellen: Polizeiliche Kriminalprävention, Broschüre „Sicher wohnen“ (Stand 07/2024); K-EINBRUCH, Häufige Fragen, Alarmanlagen, K-EINBRUCH-LEVEL, Smart Home.

Hilft Licht gegen Einbrecher?

Ja, an der richtigen Stelle. Die Polizei schreibt, Licht wirke auf Einbrecher abschreckend, und empfiehlt, gefährdete Bereiche und Zugangswege zu beleuchten. Ein Bewegungsmelder kann das Licht automatisch schalten. Sehen Sie zusätzlich einen Schalter im Haus vor, etwa im Schlafzimmer, und machen Sie Außensteckdosen abschaltbar.

Die Grenze zieht die Polizei selbst: Beleuchtung ersetzt in keinem Fall eine technische Sicherung. Hinzu kommt, dass viele Einbrüche tagsüber passieren. 2025 waren laut PKS 37,8 Prozent der Wohnungseinbrüche Tageseinbrüche. Was der Schattensimulator aus „Die Höhle der Löwen“ kann, ordnen wir im Ratgeber Anwesenheitssimulation ein.

Schrecken Alarmanlagen und Kameras ab?

Eine Einbruchmeldeanlage verhindert laut Polizei keinen Einbruch, erhöht aber das Risiko des Täters, entdeckt zu werden, deutlich. Außerdem schützt sie davor, einem Einbrecher in die Arme zu laufen, wenn Sie nach Hause kommen. Die Polizei empfiehlt Anlagen ab Grad 2 und rät, vor dem Kauf eine polizeiliche Beratung zu nutzen. Am besten löst die Anlage aus, bevor ein Täter die Mechanik überwunden hat.

Bei Kameras ist die Polizei vorsichtiger. Ob schon das Vorhandensein einer Kamera abschreckt, sei nicht klar. Abschreckend wirke Videotechnik vor allem in Verbindung mit einer Alarmmeldung. Smart-Home-Lösungen ohne zertifizierte Alarmfunktion gelten laut K-EINBRUCH nur als Komfortlösung.

Bringen Attrappen, Aufkleber und ein Hund etwas?

Attrappen

Die Polizei ist hier deutlich: Alarm- und Video-Attrappen bieten keine echte Sicherheit, kundige Täter erkennen sie schnell. Das gilt sinngemäß auch für Warnaufkleber ohne Anlage dahinter. Eine Untersuchung, die eine Wirkung solcher Aufkleber belegt, haben wir nicht gefunden. Woran man eine Kamera-Attrappe erkennt und was rechtlich gilt, steht auf der Seite Kamera-Attrappe erkennen.

Hund

Zu Hunden haben wir weder eine belastbare deutsche Studie noch eine Empfehlung der Polizei gefunden. Plausibel ist, dass Bellen Nachbarn aufmerksam macht. Aber ein Hund ist nicht immer zu Hause, und er hält kein Fenster zu. Wir führen ihn deshalb nicht als Schutzmaßnahme.

Welche Häuser meiden Einbrecher?

Eine Liste, die Einbrecher selbst aufgestellt hätten, gibt es nicht. Aus den Empfehlungen der Polizei lässt sich aber ablesen, welche Häuser es Tätern schwer machen:

  • Fenster, Fenstertüren und Eingangstür sind sichtbar gesichert.
  • Das Grundstück ist eingefriedet, Tore sind verschlossen.
  • Zugänge sind einsehbar, keine dichten Hecken direkt am Haus.
  • Es gibt keine Aufstiegshilfen wie Leitern, Mülltonnen oder Rankgerüste unter Fenstern.
  • Das Haus wirkt bewohnt, auch im Urlaub.
  • Die Nachbarn kennen sich und achten auf Fremde.

Wie Täter Schwachstellen auswählen, beschreibt der Ratgeber So gehen Einbrecher vor.

Wie schrecken Sie Einbrecher im Garten ab?

Die Polizei nennt die Einfriedung als erste Barriere und rät, Garten- und Hoftore auch dann abzuschließen, wenn Sie zu Hause sind. Hecken und Sträucher bieten Sichtschutz, auch für Täter. Vermeiden Sie deshalb dichte Bepflanzung direkt am Haus, vor allem an Fenstern und Terrassentüren.

Räumen Sie Leitern, Gartenmöbel und Mülltonnen weg, über die jemand auf ein Vordach oder einen Balkon steigen könnte. Gartengeräte und Werkzeug gehören weggeschlossen, weil sie laut Polizei als Hebelwerkzeug dienen können.

Zehn Tipps gegen Einbrecher, sortiert nach Wirkung

Die Reihenfolge ist unsere Einordnung. Sie folgt dem Grundsatz der Polizei: Mechanik zuerst.

  1. Haustür immer abschließen, auch wenn Sie nur kurz weg sind.
  2. Fenster und Fenstertüren schließen, nie gekippt lassen.
  3. Leicht erreichbare Fenster und Fenstertüren mit geprüften Sicherungen nachrüsten.
  4. Die Eingangstür mit Schutzbeschlag, geprüftem Zylinder und Zusatzschloss verstärken.
  5. Keine Schlüssel draußen verstecken, nach Verlust den Zylinder tauschen.
  6. Aufstiegshilfen und Werkzeug wegräumen, Hecken am Haus zurückschneiden.
  7. Zugänge beleuchten, am besten mit Bewegungsmelder.
  8. Mit den Nachbarn sprechen und bei Verdacht die 110 wählen.
  9. Abwesenheit nicht ankündigen und im Urlaub den Briefkasten leeren lassen.
  10. Bei Bedarf eine Alarmanlage ab Grad 2 ergänzen, keine Attrappe.

Wie das Haus im Urlaub bewohnt wirkt, beschreibt der Ratgeber Anwesenheit simulieren. Als Mieter klären Sie Bohrarbeiten vorher mit dem Vermieter, mehr dazu unter Einbruchschutz in der Mietwohnung.

Häufige Fragen zur Abschreckung

Was schreckt Einbrecher laut Polizei wirklich ab?

Vor allem sichtbare, geprüfte Sicherungstechnik. Sie bedeutet laut Polizei eine längere „Arbeitszeit“, und je mehr Zeit verstreicht, desto größer wird das Entdeckungsrisiko. Dazu kommen aufmerksame Nachbarn, beleuchtete Zugänge und ein Haus, das bewohnt wirkt. Licht und Anwesenheitssimulation ersetzen aber keine mechanische Sicherung.

Helfen Kamera- oder Alarmattrappen?

Kaum. Die Polizei schreibt, dass kundige Täter Attrappen schnell erkennen und sie keine ausreichende Sicherheit bieten. Ob schon das bloße Vorhandensein einer echten Kamera abschreckt, ist laut Polizei nicht klar. Wirksam wird Videotechnik erst zusammen mit einer Alarmmeldung.

Lässt man nachts besser Licht an?

Beleuchtete Zugänge und Bewegungsmelder empfiehlt die Polizei, weil Licht abschreckt. Dauerlicht in einem leeren Haus fällt dagegen eher auf. Viele Einbrüche passieren außerdem tagsüber. Licht ist eine Ergänzung, keine Sicherung: K-EINBRUCH stuft Bewegungsmelder-Scheinwerfer allein als unzureichend ein.

Schreckt ein Hund Einbrecher ab?

Dazu haben wir keine belastbare Untersuchung aus Deutschland gefunden, und die Polizei nennt Hunde in ihren Präventionsempfehlungen nicht. Ein bellender Hund kann Nachbarn aufmerksam machen. Ein Ersatz für gesicherte Fenster und Türen ist er nicht, zumal er nicht immer zu Hause ist.

Bringen Aufkleber wie „Alarmgesichert“ etwas?

Eine Studie dazu haben wir nicht gefunden. Ohne echte Anlage dahinter ist der Aufkleber eine Form der Attrappe, und Attrappen bieten laut Polizei keine ausreichende Sicherheit. Mit echter Anlage kann er auf ein höheres Entdeckungsrisiko hinweisen.

Wie schrecke ich Einbrecher im Garten ab?

Die Polizei nennt eine Einfriedung als erste Barriere, verschlossene Garten- und Hoftore, keine dichten Hecken direkt am Haus und beleuchtete Wege. Leitern, Mülltonnen und Gartenmöbel sollten nicht als Aufstiegshilfe herumstehen, Gartengeräte nicht offen liegen, weil sie als Hebelwerkzeug dienen können.

Wer hat das geschrieben?

Foto von Patrick Heil

Patrick Heil

Autor und Betreiber von einbruchsicherung-info.de

Beschäftigt sich seit 2017 mit Einbruchschutz und Nachrüsttechnik für Wohnung und Haus. Technikbegeistert, liest Normen, Prüfberichte und Montageanleitungen genau und vergleicht Produkte nach offenen Kriterien. Eigene Labortests macht er nicht.

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Quellen

  1. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Sicher wohnen. Einbruchschutz (Broschüre). Stand 07/2024. polizei-beratung.de, abgerufen am 29.10.2026.
  2. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Häufige Fragen zum Einbruchschutz. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  3. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Alarmanlagen. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  4. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Grundstück. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  5. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): K-EINBRUCH-LEVEL. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  6. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Smart Home. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  7. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Verhaltenstipps. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  8. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Einbruch (Themenseite mit Zahlen der PKS 2025). Ohne Datum. polizei-beratung.de, abgerufen am 29.10.2026.
  9. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): PKS Einbruch, Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  10. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Wohnungseinbrüche: Schäden steigen auf 380 Millionen Euro. Medieninformation, zuletzt aktualisiert am 21.04.2026. gdv.de, abgerufen am 29.10.2026.