Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 · Prävention

So gehen Einbrecher vor: Wege ins Haus, Tageszeiten, Tricks

Wer einbricht, wie Täter hineinkommen und welche „neuen Tricks“ es wirklich gibt. Mit den Zahlen der Polizei und dem, was daraus für Ihre Sicherung folgt.

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Von Patrick Heil · aktualisiert am · Über den Autor

Illustration: Haus von der Gartenseite mit markierter Terrassentür, Erdgeschossfenster und Kellerfenster
Grundriss-Ausschnitt: TerrassentürMarkiert ist Terrassentür im Grundriss einer Erdgeschosswohnung.
Sie sind hier: Terrassentür

Kurzantwort: Wie gehen Einbrecher vor?

Das Wichtigste in drei Sätzen

Die meisten Einbrecher sind laut Polizei keine Profis, sondern Gelegenheitstäter. Sie kommen meist über leicht erreichbare Fenster, Balkon- und Terrassentüren, die sie mit einfachem Hebelwerkzeug oft in Sekunden aufbrechen, und zwar häufig tagsüber, wenn niemand zu Hause ist. 2025 blieben 44,9 Prozent der erfassten Wohnungseinbrüche im Versuch stecken: Was Zeit kostet, wird oft aufgegeben.

Wir beschreiben Vorgehensweisen nur so allgemein wie die Polizei in ihrer Prävention. Es geht darum, Schwachstellen zu erkennen, nicht darum, wie man sie ausnutzt.

Wie viele Einbrüche gibt es in Deutschland?

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) erfasste 2025 insgesamt 82.920 Wohnungseinbrüche einschließlich der Versuche. 2024 waren es 78.436, vor der Pandemie im Jahr 2019 noch 87.145. Aufgeklärt wurden 2025 nur 14,1 Prozent der Fälle.

Die Versicherer kommen auf höhere Zahlen, weil sie anders zählen. Laut Gesamtverband der Versicherer (GDV) gab es 2025 rund 100.000 versicherte Einbrüche mit einem Schaden von 380 Millionen Euro. Ein Einbruch kostete im Schnitt 3.850 Euro, so viel wie nie seit Beginn der Erhebung.

Wer bricht ein?

Die polizeiliche Erfahrung zeigt laut der Broschüre „Sicher wohnen“ (Stand 07/2024), dass die wenigsten Einbrecher gut ausgerüstete Profis sind. Meist sind es Gelegenheitstäter, die sich schon durch einfache, aber wirkungsvolle Sicherungen abhalten lassen. Daneben nennt die Polizei Banden, die gezielt ganze Wohngebiete ins Visier nehmen.

Beiden ist gemeinsam: Sie nutzen schlecht gesicherte Zugänge und Anonymität aus, etwa in großen Wohnanlagen. Und sie wollen nicht entdeckt werden. Jede Minute, die eine Sicherung kostet, erhöht für sie das Risiko.

Wie kommen Einbrecher ins Haus?

Laut Polizei vor allem über leicht erreichbare Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren. In Mehrfamilienhäusern kommt die Wohnungstür dazu. Viele Außentüren lassen sich nach Angaben der Polizei schon mit körperlicher Gewalt überwinden, ganz ohne Werkzeug. Die übliche Methode ist das Aufhebeln mit einfachem Werkzeug wie einem Schraubendreher.

Noch leichter machen es Gelegenheiten, die gar keine Gewalt brauchen:

  • gekippte Fenster, die laut Polizei als offene Fenster gelten,
  • eine Haustür, die nur ins Schloss gezogen und nicht abgeschlossen ist,
  • Schlüssel unter der Fußmatte, im Blumentopf oder in einer schwachen Schlüsselbox,
  • Leitern, Mülltonnen und Gartenmöbel, über die man auf Balkon oder Vordach kommt.
Typische Zugänge und was die Polizei dagegen empfiehlt
ZugangWarum gefährdetEmpfehlung der Polizei
Fenster im Erdgeschossleicht erreichbar, einfache Beschläge halten Hebeln nicht standeinbruchhemmender Beschlag mit abschließbarem Griff oder Aufschraub-Sicherung nach DIN 18104
Balkon- und Terrassentüroft vom Garten aus unbeobachtetwie Fenster; Sicherung an Griff- und Bandseite
Wohnungs- und Haustürschwache Schließbleche, Zylinder ohne SchutzSchutzbeschlag, geprüfter Zylinder, im Mauerwerk verankertes Schließblech, Zusatzschloss
Kellerfenster und LichtschachtGitterroste lassen sich oft einfach abhebenAbhebesicherung für den Rost, Gitter
Fenster im Obergeschossüber Balkon, Vordach oder Aufstiegshilfen erreichbarerreichbare Fenster ebenfalls sichern, Aufstiegshilfen wegräumen

Quellen: Polizeiliche Kriminalprävention, Broschüre „Sicher wohnen“ (Stand 07/2024), K-EINBRUCH. Eigene Zusammenstellung.

Wie lange dauert es, ein Fenster aufzuhebeln?

Bei einem ungesicherten Fenster nur wenige Sekunden. Das schreibt die Polizeiliche Kriminalprävention in einer Meldung vom 23.09.2026, und auch in „Sicher wohnen“ heißt es, Türen und Fenster würden oft schon in Sekundenschnelle überwunden.

Mit Sicherung sieht das anders aus. Ein Fenster der Widerstandsklasse RC2 muss in der Normprüfung einem Täter mit Schraubendreher, Zange und Keil mindestens drei Minuten reiner Werkzeugarbeit standhalten. Wie lange echte Täter es versuchen, bevor sie aufgeben, ist nicht bundesweit erhoben. Die Polizei beschreibt den Zusammenhang so: Sicherungstechnik bedeutet eine längere „Arbeitszeit“, und je mehr Zeit verstreicht, desto größer wird das Entdeckungsrisiko.

Was das konkret für Ihr Fenster heißt, erklärt der Ratgeber Pilzkopfverriegelung. Die Klassen im Einzelnen stehen unter RC2, VdS und DIN 18104.

Wann brechen Einbrecher ein?

Oft tagsüber. Die Polizei nennt Schul-, Arbeits- und Einkaufszeiten, den frühen Abend und die Wochenenden. In der dunklen Jahreszeit nutzen Täter häufig die frühe Dämmerung.

2025 zählte die PKS 31.332 Tageswohnungseinbrüche, 37,8 Prozent aller Wohnungseinbrüche, die meisten davon in Großstädten. Die Polizei geht davon aus, dass der Anteil höher ist, weil sich die Tatzeit oft nicht feststellen lässt. Für Sie folgt daraus: Fenster und Türen sichern Sie nicht nur für die Nacht, sondern für jede Abwesenheit.

Woran merken Einbrecher, dass niemand zu Hause ist?

Die Polizei rät vor allem, keine Hinweise auf Abwesenheit zu geben. Dazu gehören:

  • Urlaubsfotos und Ankündigungen in sozialen Netzwerken,
  • Abwesenheitsansagen auf dem Anrufbeantworter,
  • Rollläden, die tagsüber geschlossen bleiben,
  • ein überquellender Briefkasten.

Bei längerer Abwesenheit hilft, wenn Nachbarn den Briefkasten leeren und die Wohnung bewohnt aussehen lassen. Mehr dazu, was tatsächlich abschreckt, steht im Ratgeber Was schreckt Einbrecher ab?. Unbekannten öffnen Sie die Tür laut Polizei nur mit vorgelegtem Sperrbügel und nachdem Sie durch den Spion gesehen haben, wer davorsteht.

Welche neuen Tricks der Einbrecher gibt es wirklich?

Die ehrliche Antwort: Die meisten Einbrüche laufen so ab wie seit Jahren, über ein schlecht gesichertes Fenster oder eine Tür. Neu sind vor allem Gelegenheiten, die mit moderner Technik und neuen Gewohnheiten entstanden sind.

Schlüsselboxen an der Haustür

Schlüsselübergabekästen für Handwerker, Pflegedienste oder Ferienwohnungen sind laut K-EINBRUCH (Meldung vom 25.09.2026) oft ein Risiko. Vor allem günstige Außenboxen halten mechanischen Angriffen kaum stand. Wer sie öffnet, kommt mit dem Originalschlüssel hinein, ohne Spuren zu hinterlassen. Versicherer können das als grobe Fahrlässigkeit werten. Die Polizei rät zu elektronischen Schlössern mit digital vergebenen Zugangsrechten oder zu Boxen, die nach VdS 3898 geprüft sind.

Smart Home ohne Schutz

Ungeschützte Smart-Home-Geräte können laut K-EINBRUCH gehackt werden. Angreifer könnten so Anwesenheitsmuster auskundschaften. Die Polizei empfiehlt, Standardpasswörter zu ändern, Software aktuell zu halten und die Geräte in einem eigenen WLAN zu betreiben.

Abwesenheit im Netz

Urlaubsbilder in Echtzeit zeigen, dass niemand zu Hause ist. Die Polizei rät, Abwesenheit nicht öffentlich anzukündigen. Teilen Sie Fotos lieber nach der Rückkehr.

Trickdiebe an der Tür

Kein Einbruch im engeren Sinn, aber oft verwechselt: Täter geben sich etwa als Handwerker aus, um in die Wohnung zu kommen. Lassen Sie Unbekannte nicht ein und öffnen Sie nur mit Sperrbügel.

Was hinter Kreidezeichen und Markierungen an Türen steckt, behandelt der Ratgeber Gaunerzinken und Einbrecher-Zeichen.

Was folgt daraus für Ihren Einbruchschutz?

Weil fast die Hälfte der Einbrüche im Versuch scheitert, lohnt sich jede Sicherung, die Zeit kostet. Die Polizei stellt die Mechanik an die erste Stelle. Eine Alarmanlage verhindert keinen Einbruch, erhöht aber das Risiko des Täters, entdeckt zu werden. Sinnvoll ist diese Reihenfolge:

  1. Verhalten: abschließen statt zuziehen, Fenster nie gekippt lassen, keine Schlüssel draußen.
  2. Leicht erreichbare Fenster und Fenstertüren mit geprüften Sicherungen nachrüsten.
  3. Die Eingangstür mit Schutzbeschlag, geprüftem Zylinder und Zusatzschloss verstärken.
  4. Kellerfenster und Lichtschächte sichern.
  5. Erst danach elektronische Überwachung ergänzen.

Wertsachen gehören in ein geprüftes Wertbehältnis, denn laut Polizei finden Einbrecher jedes Versteck. Welche Sicherheitsstufe ein Tresor haben sollte, erklärt der Ratgeber Tresor-Sicherheitsstufen. Ist schon etwas passiert, hilft Nach dem Einbruch: was jetzt?.

Häufige Fragen zum Vorgehen von Einbrechern

Brechen Einbrecher vor allem nachts ein?

Nein. Laut Polizei kommen Einbrecher oft tagsüber, wenn niemand zu Hause ist: zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frühen Abend und an Wochenenden. 2025 erfasste die Polizeiliche Kriminalstatistik 31.332 Tageswohnungseinbrüche, das sind 37,8 Prozent aller Wohnungseinbrüche. Weil die Tatzeit oft unbekannt ist, dürfte der echte Anteil höher liegen.

Kommen Einbrecher, wenn man zu Hause ist?

Einbrecher wollen laut Polizei nicht entdeckt werden und vermeiden nach Möglichkeit jede Konfrontation. Deshalb suchen sie meist leere Wohnungen. Bemerken Sie trotzdem einen Täter, stellen Sie sich ihm nicht in den Weg. Rufen Sie die Polizei über 110 und merken Sie sich Aussehen und Fahrzeug.

Kommen Einbrecher ein zweites Mal?

Belastbare bundesweite Zahlen dazu gibt es nicht, die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst wiederholte Einbrüche am selben Ort nicht gesondert. Sicher ist: Die Schwachstelle, über die jemand hineinkam, besteht weiter, bis Sie sie beheben. Fehlen nach dem Einbruch Schlüssel, tauschen Sie laut Polizei sofort den Schließzylinder.

Wie lange beobachten Einbrecher ein Haus?

Dazu gibt es keine verlässlichen Zahlen. Die Polizei beschreibt die meisten Täter als Gelegenheitstäter, die günstige Gelegenheiten nutzen. Daneben gibt es Banden, die laut Polizei ganze Wohngebiete ins Visier nehmen. Sie schützen sich in beiden Fällen gleich: keine Hinweise auf Abwesenheit geben und die Zugänge sichern.

Sind Wohnungen im Obergeschoss sicher?

Sicherer, aber nicht sicher. Die Polizei rät, auch im Obergeschoss alle Fenster zu sichern, die mit einfachen Hilfsmitteln erreichbar sind, etwa über Balkone oder Vordächer. In Mehrfamilienhäusern ist zudem die Wohnungstür ein häufiger Zugang.

Wo suchen Einbrecher zuerst?

Die Polizei warnt, dass Einbrecher auch das vermeintlich sicherste Versteck finden. Wertsachen gehören deshalb in ein geprüftes Wertbehältnis mit VdS- oder ECB-S-Plakette oder ins Bankschließfach. Bargeld offen als Ablenkung hinzulegen, rät die Polizei ab, weil der Täter dann schon in der Wohnung ist.

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Patrick Heil

Autor und Betreiber von einbruchsicherung-info.de

Beschäftigt sich seit 2017 mit Einbruchschutz und Nachrüsttechnik für Wohnung und Haus. Technikbegeistert, liest Normen, Prüfberichte und Montageanleitungen genau und vergleicht Produkte nach offenen Kriterien. Eigene Labortests macht er nicht.

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Quellen

  1. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Einbruch (Themenseite mit Zahlen der PKS 2025). Ohne Datum. polizei-beratung.de, abgerufen am 29.10.2026.
  2. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): PKS Einbruch, Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  3. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Sicher wohnen. Einbruchschutz (Broschüre). Stand 07/2024. polizei-beratung.de, abgerufen am 29.10.2026.
  4. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Fenster richtig sichern. Meldung vom 23.09.2026. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  5. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Schlüsselübergabekästen: Praktisch, aber ein Sicherheitsrisiko. Meldung vom 25.09.2026. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  6. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Verhaltenstipps. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  7. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Smart Home. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  8. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Wertsachen. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  9. Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Häufige Fragen zum Einbruchschutz. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  10. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Wohnungseinbrüche: Schäden steigen auf 380 Millionen Euro. Medieninformation, zuletzt aktualisiert am 21.04.2026. gdv.de, abgerufen am 29.10.2026.
  11. BauNetz Wissen: Einbruchhemmende Fenster und Türen (Widerstandsklassen nach DIN EN 1627, Ausgabe November 2021). Ohne Datum. baunetzwissen.de, abgerufen am 29.10.2026.