EN 14450 · EN 1143-1 · VdS · ECB-S

Tresor-Sicherheitsstufen erklärt: S1, S2 und Widerstandsgrad 0 bis XIII

Was die Stufen bedeuten, welche Versicherungssumme als Richtwert gilt und warum ein Tresor ohne Verankerung wenig nützt.

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Von Patrick Heil · aktualisiert am · Über den Autor

Illustration: Stahltresor mit Messing-Drehknopf, Tür einen Spalt geöffnet
Grundriss-Ausschnitt: WohnungstürMarkiert ist Wohnungstür im Grundriss einer Erdgeschosswohnung.
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Kurzantwort: Welche Tresor-Sicherheitsstufen gibt es?

Das Wichtigste in Kürze

Tresore werden nach zwei europäischen Normen eingestuft: EN 14450 mit den Sicherheitsstufen S1 und S2 für leichtere Sicherheitsschränke und EN 1143-1 mit den Widerstandsgraden 0 (beim VdS „N“) bis XIII für Wertschutzschränke und Tresorräume. Für Privathaushalte reicht laut Verbraucherportal des Versicherungsverbands GDV in der Regel Grad N, I oder II. Wie viel im Tresor versichert ist, legt Ihr Versicherer fest. Die unverbindlichen Richtwerte der Prüfstelle ECB-S reichen privat von 5.000 Euro für S1 bis 100.000 Euro für Grad II ohne Alarmanlage.

Tresor-Stufen-Finder: Welche Sicherheitsstufe passt zu Ihren Wertsachen?

Vier Fragen, eine Orientierung: Der Finder ordnet den Wert Ihrer Sachen den unverbindlichen Richtwerten der Prüfstelle ECB-S für den Privatbereich zu und ergänzt Hinweise zu Bargeld, Feuerschutz und Datenträgern. Ihre Angaben bleiben in Ihrem Browser.

Wie viel ist das wert, was in den Tresor soll?

Zusammengerechnet: Bargeld, Schmuck, Uhren, Münzen, Edelmetall.

Gibt es eine Einbruchmeldeanlage, die Ihr Versicherer anerkennt?

Die ECB-S-Tabelle nennt höhere Werte nur mit VdS-anerkannter Alarmanlage.

Was soll hinein?

Mehrere Antworten möglich.

Soll der Tresor auch vor Feuer schützen?
Ihr Ergebnis · Orientierung

Wählen Sie den Wert, dann erscheint hier die Orientierungsstufe.

Maßgeblich ist Ihr Versicherungsvertrag; fragen Sie Ihren Versicherer.

Orientierung aus den unverbindlichen Richtwerten der ECB-S für den Privatbereich (abgerufen am 29.10.2026) und dem GDV-Verbraucherportal, keine Versicherungsberatung. Welche Summe Ihr Versicherer anerkennt, steht in Ihrem Vertrag. Fragen Sie vor dem Kauf nach.

Welche Normen gelten für Tresore?

Zwei Normen teilen den Markt. Sie unterscheiden sich darin, wie hart ein Behältnis im Labor angegriffen wird.

Die zwei Tresor-Normen im Überblick
NormFür wenStufenTypische Bauform
EN 14450Kleinere Werte, DokumenteS1, S2Sicherheitsschrank, Möbeltresor
EN 1143-1Bargeld, Schmuck, höhere Werte, GewerbeGrad 0 (N) bis XIIIWertschutzschrank, Tresortür, Tresorraum

Die Polizei Bremen beschreibt die S-Stufen in ihrem Merkblatt als kostengünstigere Alternative für geringere Werte. Ihre Sicherungsqualität liegt unterhalb von Grad 0. Die VdS Schadenverhütung, ein Unternehmen der Versicherungswirtschaft, prüft nach eigenen Richtlinien, die diesen Normen entsprechen: VdS 2450 für Wertschutzschränke und VdS 2862 für Sicherheitsschränke.

Was bedeuten S1 und S2?

S1 und S2 sind die zwei Sicherheitsstufen nach EN 14450. S2 ist die höhere. Stiftung Warentest empfiehlt für privat genutzte Tresore das S2-Label und rät, sich bei Werten über 30.000 Euro mit Wertschutzschränken mit zertifiziertem Widerstandsgrad zu befassen (Stand 17.10.2026).

Was bedeuten die Widerstandsgrade 0 bis XIII?

Der Widerstandsgrad nach EN 1143-1 sagt, wie lange ein Behältnis einem Angriff mit Werkzeugen standhält. Laut ECB-S, der Zertifizierungsstelle des europäischen Herstellerverbands ESSA, simulieren die Prüfer dazu Einbruchversuche mit verschiedenen Werkzeugen und messen die Zeit. Für Wertschutzschränke im Privatbereich sind die Grade 0 bis IV üblich. Die Grade bis XIII betreffen Tresorräume, etwa bei Banken.

Zusätze in der Bezeichnung haben eine feste Bedeutung. EX steht für geprüften Widerstand gegen Sprengstoff, CD für Widerstand gegen Kernbohrgeräte, GAS bei Geldautomaten-Tresoren für Widerstand gegen Gasangriffe.

Und VDMA A oder B?

Diese Herstellerklassifizierung ist überholt. Die VDMA-Einstufung 24 992 wurde laut ECB-S und Polizei Bremen zum 31.12.2003 zurückgezogen, Qualitätskontrollen gibt es dafür nicht. Die ECB-S-Tabelle weist für Stahlschränke ohne Zertifizierung keine Versicherungssumme aus. Steht auf einem gebrauchten Tresor nur „VDMA A“, rechnen Sie nicht mit einer Anerkennung durch den Versicherer.

Welche Versicherungssumme gilt für welche Sicherheitsstufe?

Eine verbindliche Tabelle für alle Versicherer gibt es nicht. Verbreitet ist die Übersicht der Zertifizierungsstelle ECB-S. Sie nennt Durchschnittswerte und sagt selbst, dass jeder Versicherer abweichen kann.

Unverbindliche Richtwerte Privatbereich laut ECB-S (abgerufen am 29.10.2026)
StufeNormohne Alarmanlagemit VdS-anerkannter Alarmanlage
S1EN 144505.000 €5.000 €
S2EN 1445020.000 €20.000 €
Grad 0 (N)EN 1143-140.000 €80.000 €
Grad IEN 1143-165.000 €130.000 €
Grad IIEN 1143-1100.000 €200.000 €
Grad IIIEN 1143-1200.000 €400.000 €
Grad IVEN 1143-1400.000 €800.000 €

Quelle: ECB-S, Versicherungssummen Deutschland, ohne Datum. Für Gewerbe nennt dieselbe Quelle deutlich niedrigere Werte, etwa 10.000 Euro für Grad 0 ohne Alarmanlage.

Die Richtwerte schwanken je nach Quelle. Stiftung Warentest nennt für S2 im Oktober 2026 rund 30.000 Euro, ECB-S 20.000 Euro. Genau deshalb zählt nur, was Ihr Versicherer schriftlich zusagt.

Wie hängen Tresor und Hausratversicherung zusammen?

In der Hausratversicherung gelten Bargeld, Schmuck, Urkunden und Sparbücher als Wertsachen. Für sie gibt es eigene Entschädigungsgrenzen. Die Musterbedingungen des GDV (VHB 2022) unterscheiden dabei, ob die Sachen in einem verschlossenen Wertschutzschrank lagen oder nicht. Die Beträge selbst lassen die Musterbedingungen leer. Jeder Versicherer setzt sie in seinem Tarif.

Laut GDV-Verbraucherportal liegt die Grenze für Wertsachen meist bei etwa 20 Prozent der Versicherungssumme und für Bargeld außerhalb eines Tresors häufig bei 1.000 bis 2.000 Euro (Stand 31.01.2025). Mehr dazu im Ratgeber Einbruch und Versicherung.

Wann gilt ein Tresor als Wertschutzschrank?

Nach den VHB 2022 muss er von einer Stelle anerkannt sein, die der Versicherer im Vertrag nennt, meist VdS oder eine gleichwertige Prüfstelle. Freistehende Schränke müssen ein Mindestgewicht haben. Sind sie leichter, müssen sie nach Herstellervorschrift fachmännisch verankert oder bündig in Wand oder Boden eingelassen sein. Das Mindestgewicht trägt jeder Versicherer selbst ein. Schauen Sie in Ihren Bedingungen unter dem Stichwort „Wertschutzschrank“ nach.

Welche Sicherheitsstufe brauche ich?

Gehen Sie vom Wert aus, den Sie einschließen wollen, nicht vom Tresor. So kommen Sie zu einer belastbaren Entscheidung:

  1. Werte schätzen. Rechnen Sie Bargeld, Schmuck, Münzen und Edelmetall zusammen. Fotografieren Sie die Stücke und heben Sie Belege auf. Die Polizei empfiehlt dafür eine Wertsachenliste mit Farbfotos.
  2. Versicherer fragen. Welche Stufe verlangt er für diese Summe, mit und ohne Alarmanlage? Lassen Sie sich das in Textform bestätigen.
  3. Stufe wählen. Orientieren Sie sich an der Antwort und nehmen Sie im Zweifel eine Stufe höher. Ein späterer Tausch kostet mehr als der Aufpreis.
  4. Einbau planen. Klären Sie, ob Boden und Wand das Gewicht und die Verankerung tragen.
Orientierung nach den ECB-S-Richtwerten, Privatbereich ohne Alarmanlage
Wert im Tresor bis etwaStufe laut Richtwert
5.000 €S1
20.000 €S2
40.000 €Grad 0 (N)
65.000 €Grad I
100.000 €Grad II

Abgeleitet aus der ECB-S-Tabelle oben. Das ist eine Orientierung, keine Zusage Ihres Versicherers.

Vor dem Kauf rät die Polizei zu einer Beratung bei einer kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. Die Beratung ist kostenlos und herstellerneutral.

Woran erkenne ich einen geprüften Tresor?

An der Prüfplakette. Geprüfte Wertbehältnisse tragen laut Polizei eine Plakette von VdS oder ECB-S, meist als Metallschild innen in der Tür. Darauf stehen Norm, Stufe und eine Nummer. Heben Sie die Daten der Plakette und die Kaufunterlagen getrennt vom Tresor auf, rät die Polizei Bremen. Das hilft auch, wenn ein Tresor gestohlen wird.

Angaben wie „Sicherheitsstufe hoch“ oder „nach EN geprüft“ ohne Stufe und ohne Prüfstelle reichen nicht. Ob ein Hersteller zertifizierte Produkte führt, können Sie in der Herstellersuche der Polizeilichen Kriminalprävention nachsehen.

Warum muss ein Tresor verankert werden?

Weil Täter einen leichten Tresor sonst einfach mitnehmen und in Ruhe öffnen. Wertbehältnisse unter 1.000 Kilogramm müssen laut Polizei und ECB-S nach Herstellerangaben fest verankert werden. Das gilt auch für Einmauerschränke. Stiftung Warentest empfiehlt, wenn möglich an zwei Seiten zu verankern, etwa am Boden und an der Rückwand, und das mitgelieferte Befestigungsmaterial zu verwenden. Als tragfähigen Untergrund nennt Stiftung Warentest Mauerwerk und Beton.

Schlüssel oder Zahlenschloss?

Die Polizei Bremen schreibt, dass Einbrecher sehr gründlich nach dem Tresorschlüssel suchen und ihn oft finden. Die Polizei rät, einen Tresorschlüssel nie in der Wohnung aufzubewahren. Ein elektronisches Zahlenschloss löst das Problem, solange der Code nicht auf einem Zettel daneben liegt.

Schützt ein Einbruchtresor auch vor Feuer?

Nicht automatisch. Feuerschutz wird getrennt geprüft, etwa nach EN 1047-1. Es gibt Tresore, die beide Prüfungen haben. Achten Sie dann auf beide Angaben auf der Plakette.

Reicht ein Tresor als Einbruchschutz?

Nein. Die Polizei Bremen empfiehlt, dass das Gebäude vor dem Tresorkauf zumindest einen mechanischen Grundschutz hat, also Türen und Fenster, die einem Aufhebeln standhalten. Ein Tresor schützt Wertsachen, aber nicht den Rest der Wohnung. Was Widerstandsklassen wie RC2 bei Türen und Fenstern bedeuten, erklärt der Ratgeber RC2, VdS, DIN 18104 erklärt. Was nach einem Einbruch zu tun ist, steht unter Nach dem Einbruch: was jetzt?.

Passende Produkte im Vergleich

Tresore vergleichen wir derzeit nicht. Bevor ein Tresor sinnvoll ist, sollten Türen und Fenster gesichert sein. Dafür gibt es unsere Vergleiche:

Häufige Fragen zu Tresor-Sicherheitsstufen

Was ist sicherer: ein Tresor S2 oder Widerstandsgrad 0?

Widerstandsgrad 0 nach EN 1143-1 liegt über S2 nach EN 14450. Die Polizei Bremen beschreibt die S-Stufen als Sicherungsqualität unterhalb von Grad 0. Das zeigt sich auch in den unverbindlichen Richtwerten der Prüfstelle ECB-S: privat 20.000 Euro für S2, 40.000 Euro für Grad 0 ohne Alarmanlage. Welche Summe Ihr Versicherer tatsächlich anerkennt, steht in Ihrem Vertrag.

Was bedeutet VdS-Grad N?

N ist die Bezeichnung des VdS für die unterste Stufe der Wertschutzschränke. Sie entspricht dem Widerstandsgrad 0 nach EN 1143-1. Die Polizei Bremen nennt beide Bezeichnungen nebeneinander. Laut dem Portal des Versicherungsverbands GDV reicht im Privatbereich in der Regel VdS-Grad N, I oder II.

Wie viel Bargeld ist in der Hausratversicherung ohne Tresor versichert?

Das legt jeder Versicherer selbst fest. Die Musterbedingungen des GDV (VHB 2022) lassen die Grenzen offen. Laut GDV-Verbraucherportal liegt die Höchstgrenze für Bargeld häufig bei 1.000 bis 2.000 Euro, für Wertsachen insgesamt meist bei etwa 20 Prozent der Versicherungssumme. Liegen die Sachen in einem anerkannten, verschlossenen Wertschutzschrank, gelten meist höhere Grenzen. Maßgeblich sind Ihre Vertragsbedingungen.

Reicht ein kleiner Möbeltresor ohne Zertifikat?

Gegen neugierige Blicke ja, gegen Einbrecher kaum. Die Polizei rät von Geldkassetten und undefinierten Blechschränken ab, weil sie sich nicht ausreichend verankern lassen. Versicherer erkennen in der Regel nur Behältnisse an, die von VdS oder einer gleichwertigen Stelle wie ECB-S geprüft sind. Ohne Zertifikat gilt der Inhalt meist als Wertsache außerhalb eines Wertschutzschranks.

Muss ich meinen Tresor verankern?

Ja, wenn er weniger als 1.000 Kilogramm wiegt. Das schreiben die Polizei und die Prüfstelle ECB-S vor, und zwar nach Herstellerangaben. Stiftung Warentest rät, wenn möglich an zwei Seiten zu verankern, etwa am Boden und an der Rückwand. Viele Versicherungsbedingungen verlangen bei leichteren freistehenden Schränken ebenfalls eine fachmännische Verankerung.

Muss ich der Versicherung sagen, welchen Tresor ich habe?

Wenn Sie höhere Wertsachengrenzen nutzen wollen, sollten Sie das tun. Fragen Sie vor dem Kauf, welche Stufe Ihr Versicherer verlangt und welche Summe er dann anerkennt, und lassen Sie sich das in Textform bestätigen. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass nur die mit dem Versicherer vereinbarten Beträge gelten. Das ist ein allgemeiner Hinweis und keine Versicherungsberatung.

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Patrick Heil

Autor und Betreiber von einbruchsicherung-info.de

Beschäftigt sich seit 2017 mit Einbruchschutz und Nachrüsttechnik für Wohnung und Haus. Technikbegeistert, liest Normen, Prüfberichte und Montageanleitungen genau und vergleicht Produkte nach offenen Kriterien. Eigene Labortests macht er nicht.

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Quellen

  1. ECB-S (European Certification Board Security Systems): Versicherungssummen Deutschland. Ohne Datum. ecb-s.com, abgerufen am 29.10.2026.
  2. Polizei Bremen, Präventionszentrum: Tresore, Safes, Wertschutzschränke. Merkblatt, März 2014. polizei.bremen.de (PDF), abgerufen am 29.10.2026.
  3. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Wertsachen. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  4. Polizeiliche Kriminalprävention: Herstellersuche. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  5. Stiftung Warentest: Tresore – So bewahren Sie Schätze zu Hause sicher auf. 17.10.2026. test.de, abgerufen am 29.10.2026.
  6. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Bargeld zu Hause aufbewahren – Ist das versichert? 22.03.2024. dieversicherer.de, abgerufen am 29.10.2026.
  7. GDV: Was leistet die Hausratversicherung? 31.01.2025. dieversicherer.de, abgerufen am 29.10.2026.
  8. GDV: Allgemeine Hausrat-Versicherungsbedingungen (VHB 2022 – Versicherungssummenmodell), Abschnitt A 18. Unverbindliche Musterbedingungen, Stand 26.06.2026. gdv.de (PDF), abgerufen am 29.10.2026.
  9. BauNetz Wissen: Wertbehältnisse und Tresore. Ohne Datum. baunetzwissen.de, abgerufen am 29.10.2026.