Eine Funk-Alarmanlage besteht aus einer Zentrale, die per Funk mit Meldern an Türen und Fenstern verbunden ist, einer Sirene und meist einer App. Sie meldet Einbrüche aufs Handy und lässt sich ohne Kabel nachrüsten. Achten Sie vor allem darauf, ob sie ohne Abo läuft und ob die Sirene auch ohne Internet auslöst. Eine Norm wie EN 50131 oder eine VdS-Anerkennung nennt keines der Sets in diesem Vergleich.
Vorher klären: Ein Set zum Selbsteinbau ersetzt keine Schlösser und erfüllt keine Auflage Ihres Versicherers, die eine Anlage nach VdS-Richtlinien verlangt. Erst Tür und Fenster mechanisch sichern, dann melden.
Welche Funk-Alarmanlage braucht ein Abo?
Die Abo-Frage entscheidet über die laufenden Kosten und darüber, was im Ernstfall passiert. Wir haben sie für jedes Set auf dem Amazon-Angebot nachgelesen. Wo der Hersteller nichts sagt, schreiben wir das.
Abo laut Angebot, Stand 29.10.2026
Set
Abo nötig?
ABUS Smartvest Pro
Nein, laut Angebot „kein Abo erforderlich“.
Homematic IP Starter Set Alarm
Nein, App und Cloud laut Hersteller ohne Folgekosten.
Yale Sync IA-320
Nein, laut Angebot ohne Zusatzkosten und ohne Vertrag.
Bosch Smart Home Alarmsystem S
Grundfunktion ohne Abo. Die Notrufleitstelle „Security+“ gibt es nur im kostenpflichtigen Abo.
Ring Alarm-Set S
Teilweise. Alarmanrufe, Mobilfunk-Reserve und Alexa-Steuerung laut Angebot nur mit Ring-Home-Abo.
Somfy Home Alarm Essential
Unklar. Das Angebot erklärt nicht, welche Dienste ein Abo brauchen.
Blaupunkt Q3100
Unklar. Das Angebot sagt dazu nichts.
Ajax StarterKit Cam Plus
Unklar. Das Angebot enthält kaum technische Angaben.
Abo-Modelle ändern sich. Prüfen Sie vor dem Kauf die aktuellen Bedingungen beim Hersteller. Was eine Leitstelle über die Jahre kostet, ordnet der Ratgeber Was kostet eine Alarmanlage? ein.
HinweisMit * markierte Links sind Affiliate-Links
Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision von Amazon. Der Preis für Sie bleibt gleich, und die Reihenfolge im Vergleich hängt nicht davon ab. Preise zeigen wir nicht an – den aktuellen Preis sehen Sie bei Amazon. Mehr zu Affiliate-Links und unserer Unabhängigkeit
Welche Funk-Alarmanlagen vergleichen wir?
So ordnen wir ein
Wir testen nicht selbst. Wir sortieren nach Kriterien, die Sie nachprüfen können. Ganz vorn steht, ob das Gerät ohne Abo und ohne Internet Alarm schlägt. Danach zählt, ob der Hersteller Notstrom oder Sabotageschutz angibt. Erst dann kommt die Bedienung. Eine Norm wie EN 50131 oder eine VdS-Anerkennung haben wir für keines der Geräte belegt gefunden, deshalb fließt sie nicht ein. Preise auch nicht. Mehr dazu unter So vergleichen wir.
Alle Merkmale stammen aus Herstellerangaben auf dem Amazon-Angebot, abgerufen am 29.10.2026. „Keine Angabe des Herstellers“ heißt: Auf dem Angebot steht dazu nichts. Beim Ajax-Set ist der Lieferumfang nur knapp beschrieben, beim Bosch-Set fehlt die Stückzahl der Kontakte. Bei der ABUS Smartvest Pro und beim Blaupunkt Q3100 ist nicht eindeutig, ob die Sirene in der Zentrale steckt.
Die Modelle im Einzelnen
Reihenfolge wie in der Tabelle. Sie hängt nicht von Provisionen ab.
Sirene schlägt auch ohne Access Point Alarm
Homematic IP Starter Set Alarm (HmIP-SK7)
Smart-Home-System mit Alarmfunktion · eQ-3 (Homematic IP)
Externe Prüfungen · redaktionelle Information
Keine externe Prüfung bekannt
Abo nötig
nein (App und Cloud laut Hersteller ohne Folgekosten)
Ohne Bohren
keine Angabe des Herstellers
System
Smart-Home-System mit Alarmfunktion
Zentrale nötig
ja
Sirene (dB)
90
Ohne Internet
Sirene löst laut Hersteller auch bei zerstörtem Access Point oder ohne Internet aus
Notstrom
keine Angabe des Herstellers
Sabotageschutz
keine Angabe des Herstellers
EN 50131
keine Angabe des Herstellers
App
ja
Unsere Einordnung nach Kriterien
Vorteile
Vorteil: Keine Folgekosten
Vorteil: Alarm auch bei zerstörter Basis (Herstellerangabe)
Vorteil: Sehr großes Smart-Home-Zubehör
Nachteile
Nachteil: Innensirene nur 90 dB
Nachteil: Cloud-Anbindung für App nötig
Nachteil: Außensirene nicht im Set (Variante B0GNTCCFW3)
Sie ein erweiterbares System ohne Abo wollen, das Bewohner auch bei Sabotage der Basis warnt.
Aktuellen Preis bei Amazon prüfen. Angaben geprüft am 29.10.2026.
Was sagen externe Tests?
Wir testen nicht selbst. Die beiden Tests von Stiftung Warentest sind alt, wir nennen sie wegen ihrer Kernaussagen. Die geprüften Anlagen sind nicht dieselben wie in diesem Vergleich.
Stiftung Warentest · test 11/2017 (Alarmanlagen zum Selbsteinbau)
Älterer Test: Modelle und Ausführungen können sich seitdem geändert haben.
Vier Sets geprüft: Abus Smartvest, Lupusec-XT2 Plus, Olympia Protect 9661 und Somfy Home Alarm. Frei sichtbar ist: Zwei Anlagen schnitten „mangelhaft“ ab, nur eine war akzeptabel. Auch deren Zentrale war unzureichend gegen Sabotage geschützt. Zwei Modelle warnten beim Scharfschalten nicht vor offenen Fenstern.
Unsere Einordnung: Welche Anlage welches Urteil bekam, steht hinter der Paywall. Der Test ist neun Jahre alt, die Smartvest Pro und das Somfy Essential in diesem Vergleich sind Nachfolger der geprüften Geräte. Wir übertragen keine Urteile.
Stiftung Warentest · test 08/2018 (Smarte Sicherheitssysteme)
Älterer Test: Modelle und Ausführungen können sich seitdem geändert haben.
Vier Smart-Home-Systeme mit Alarmfunktion. Homematic IP von eQ-3 erhielt „befriedigend“, Devolo Home Control, Innogy Smarthome und Telekom Magenta Smarthome „ausreichend“. Schwachpunkt war die Zentrale: Nur bei eQ-3 blieben die Melder mit der Innensirene verbunden, wenn die Zentrale ausfiel.
Unsere Einordnung: Ob das heutige Homematic IP Starter Set Alarm dem geprüften System entspricht, ist nicht belegt, und der Test ist über acht Jahre alt. Deshalb steht das Urteil hier als allgemeiner Hinweis und nicht beim Produkt. Die Kernaussage zur Zentrale ist eine gute Prüffrage für jedes Set.
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes · Faltblatt „Schlagen Sie Alarm!“, Druckvermerk 09/2016
Älterer Test: Modelle und Ausführungen können sich seitdem geändert haben.
Kein Produkttest. Die Polizei sieht Einbruchmeldeanlagen als Ergänzung zu mechanischen Sicherungen, weil nur die Mechanik dem Täter Widerstand leistet. Sie empfiehlt Anlagen der Grade 2 bis 4 nach DIN EN 50131, eingebaut von einem qualifizierten Errichter, mit Fernalarm an eine ständig besetzte Stelle. Häufige Falschalarme kosten die Anlage ihre Glaubwürdigkeit, für unnötige Polizeieinsätze werden Gebühren erhoben.
Stiftung Warentest fand 2017 und 2018 dieselbe Schwäche: die Zentrale. Reißt ein Täter sie von der Wand, bleibt die Anlage bei vielen Systemen stumm. Homematic IP gibt an, dass die Sirene trotzdem auslöst. Stellen Sie die Zentrale nicht direkt neben die Eingangstür, sondern dorthin, wo ein Täter erst nach einem Melder vorbeikommt. Die Polizei rät, Sirenen nicht in Zentralennähe anzubringen.
Warnt sie vor offenen Fenstern?
Zwei der vier Anlagen im Test von 2017 warnten beim Scharfschalten nicht vor offenen Fenstern. In diesem Vergleich nennt Blaupunkt die Warnung ausdrücklich. Bei den anderen Sets steht sie nicht auf dem Angebot. Fragen Sie nach, das ist eine der nützlichsten Funktionen im Alltag.
Notstrom und Mobilfunk
Ohne Strom und WLAN kommt keine Nachricht aufs Handy. Somfy nennt eine Reservebatterie für 24 Stunden, ABUS eine Notstromversorgung. Ring bietet eine Mobilfunk-Reserve nur im Abo. Bei den übrigen Sets fehlt eine Angabe. Für ein Ferienhaus ohne Festnetz-Internet ist das die wichtigste Frage.
Melder nachkaufen und erweitern
Die Starter-Sets sind klein. Rechnen Sie für jede Tür und jedes erreichbare Fenster einen Öffnungsmelder, für Flur oder Wohnzimmer einen Bewegungsmelder. Einzelne Kontakte für Homematic IP und Smartvest Pro stehen im Vergleich Tür- und Fensteralarm. Bewegungsmelder mit Kamera wie beim Ajax-Set zeigen ein Foto des Alarms. Für Kameras außen gelten strenge Datenschutzregeln, mehr dazu im Vergleich Überwachungskamera ohne Abo.
Selbsteinbau, Mietwohnung und Versicherung
Die meisten Melder lassen sich kleben, das Set zieht beim Umzug mit. Mehr zu Mieterfragen auf der Seite Alarmanlage für die Mietwohnung. Für Versicherungsauflagen gilt: Die Polizei schreibt, dass dann die Richtlinien des VdS einzuhalten sind. Was Ihr Vertrag verlangt, steht im Ratgeber Einbruch und Versicherung.
Häufige Fragen zur Funk-Alarmanlage
Welche Funk-Alarmanlage ist Testsieger bei Stiftung Warentest?
Einen aktuellen Testsieger gibt es nicht. Stiftung Warentest hat Alarmanlagen zum Selbsteinbau zuletzt in test 11/2017 geprüft, die Urteile stehen hinter der Paywall. Frei sichtbar ist: Nur eine von vier Anlagen war akzeptabel. 2018 bekam das Smart-Home-System Homematic IP „befriedigend“, die drei anderen Systeme „ausreichend“. Beide Tests sind alt.
Welche Funk-Alarmanlage funktioniert ohne Abo?
Laut Angebot ABUS Smartvest Pro, Homematic IP Starter Set Alarm und Yale Sync IA-320. Beim Bosch Smart Home Alarmsystem S läuft die Grundfunktion ohne Abo, die Notrufleitstelle kostet extra. Ring verlangt für Alarmanrufe und Mobilfunk-Reserve ein Abo. Bei Somfy, Blaupunkt und Ajax lässt das Angebot die Frage offen. Fragen Sie dort vor dem Kauf nach.
Ist eine Funk-Alarmanlage VdS-zertifiziert?
Keines der Sets in diesem Vergleich nennt auf dem Angebot eine VdS-Anerkennung oder einen Grad nach EN 50131. Ajax wirbt anderswo mit Grad 2, einen Prüfbeleg dafür haben wir nicht gefunden. VdS-anerkannte Anlagen werden in der Regel von einem Fachbetrieb geplant und eingebaut. Verlangt Ihr Versicherer eine solche Anlage, ist ein Set aus dem Onlinehandel nicht die Lösung.
Sind Funk-Alarmanlagen sicher gegen Störsender?
Das lässt sich aus den Angeboten nicht beurteilen. Nur Blaupunkt nennt einen Sabotageschutz in den Sensoren und einen Rolling-Code gegen das Abfangen und Wiederholen von Funksignalen. Die anderen Hersteller machen dazu auf dem Angebot keine Angabe. Die Polizei verlangt auch für Funk-Anlagen dieselben Grundsätze wie für verkabelte, also Planung nach Norm und geprüfte Geräte.
Was passiert bei Stromausfall oder ohne Internet?
Das ist je Set verschieden. Somfy nennt eine Reservebatterie für 24 Stunden, ABUS eine Notstromversorgung über Batterie oder Akku. Homematic IP schreibt, die Sirene löse auch bei zerstörtem Access Point oder ohne Internet aus. Bei Ring gibt es die Mobilfunk-Reserve nur im Abo. Ohne Internet kommt bei allen Sets keine Nachricht mehr aufs Handy.
Reicht eine Funk-Alarmanlage für ein Einfamilienhaus?
Zum Melden ja, wenn Sie genug Melder nachkaufen. Die Starter-Sets bringen meist nur einen Öffnungsmelder mit. Für ein Haus brauchen Sie einen pro gefährdeter Tür und Fenster im Erdgeschoss, dazu Bewegungsmelder und eine Außensirene. Yale hat sie im Set und nennt eine Funkreichweite bis 200 Meter, etwa für Garage oder Gartenhaus.
Wer hat das geschrieben?
Patrick Heil
Autor und Betreiber von einbruchsicherung-info.de
Beschäftigt sich seit 2017 mit Einbruchschutz und Nachrüsttechnik für Wohnung und Haus. Technikbegeistert, liest Normen, Prüfberichte und Montageanleitungen genau und vergleicht Produkte nach offenen Kriterien. Eigene Labortests macht er nicht.
Stiftung Warentest: Alarmanlagen zum Selbsteinbau – Nur eine einzige Anlage ist akzeptabel. test 11/2017, online 25.10.2017. Urteile nur nach Freischaltung. test.de, abgerufen am 29.10.2026.
Stiftung Warentest: Smarte Sicherheitssysteme – Nur ein System bietet halbwegs Schutz. test 08/2018, online 25.07.2018. test.de, abgerufen am 29.10.2026.
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Tipps für mehr Sicherheit – Schlagen Sie Alarm! Faltblatt zu Überfall- und Einbruchmeldeanlagen, Druckvermerk 09/2016. k-einbruch.de (PDF), abgerufen am 29.10.2026.
Polizeiliche Kriminalprävention (K-EINBRUCH): Alarmanlagen. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
Herstellerangaben auf den Amazon-Angeboten der Hersteller (Titel, Produktbeschreibung, Datenblatt), abgerufen am 29.10.2026. Abo-Preise haben wir bewusst nicht übernommen.
Herstellerseite ABUS Alarmsysteme. abus.com, abgerufen am 29.10.2026.
Herstellerseite Ajax Systems. ajax.systems, abgerufen am 29.10.2026.