DIN 18104-1 · DIN 18104-2 · Fenster und Kellerfenster

Fenster einbruchsicher machen

Griffseite, Bandseite, Kellerfenster: welche Sicherung wofür passt, auch ohne Bohren.

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Von Patrick Heil · aktualisiert am · Über den Autor

Erdgeschossfenster von innen mit abschließbarem Fenstergriff
Grundriss-Ausschnitt: FensterMarkiert ist Fenster im Grundriss einer Erdgeschosswohnung.
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Das Wichtigste in Kürze

Fenster werden meist aufgehebelt, nicht eingeschlagen. Der Flügel wird mit einfachem Werkzeug aus dem Rahmen gedrückt, an der Griffseite oder an den Scharnieren.

Zuerst helfen eine abschließbare Sicherung an der Griffseite und eine an der Bandseite, beide nach DIN 18104-1 geprüft. Ein abschließbarer Griff allein schützt nicht gegen Aufhebeln, und ein gekipptes Fenster gilt als offen.

Als Mieter dürfen Sie den Griff gegen einen abschließbaren tauschen. Für Zusatzschlösser, die verschraubt werden, holen Sie die Zustimmung des Vermieters ein.

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Warum lassen sich normale Fenster so leicht öffnen?

Ein übliches Fenster hält den Flügel mit wenigen Zapfen am Rahmen. Bei älteren Beschlägen sind das runde Rollzapfen, die beim Hebeln aus ihren Schließteilen rutschen. Die Polizei schreibt, dass übliche Fensterkonstruktionen meist keinen Schutz bieten und mit einfachem Werkzeug aufgehebelt werden (K-Einbruch).

Besser hält eine Pilzkopfverriegelung: Zapfen mit verdicktem Kopf greifen hinter Schließteile aus Stahl. Ob Ihr Fenster sie hat, sehen Sie am geöffneten Flügel am Rand des Beschlags. Wie das genau aussieht, zeigt der Ratgeber Pilzkopfverriegelung erklärt.

Für die Nachrüstung gibt es zwei Wege. Aufschraubbare Zusatzsicherungen sitzen sichtbar auf Flügel und Rahmen, geprüft nach DIN 18104-1. Eingelassene Beschlagteile wie nachgerüstete Pilzköpfe sitzen im Falz, geprüft nach DIN 18104-2. Die Polizei empfiehlt Sicherungen mindestens an Griff- und Bandseite. Die an der Griffseite muss abschließbar sein.

Dass geprüfte Nachrüstprodukte etwas bringen, zeigt der Test der Stiftung Warentest 10/2025. Von 17 Sicherungen für Fenster und Terrassentüren hielten laut Pressemitteilung 13 dem Einbruchversuch sehr gut stand, vier boten kaum Schutz. Nicht jede Nachrüstsicherung hält also, was die Verpackung verspricht. Am 29.10.2026 hat Stiftung Warentest den Test um acht Türsicherungen erweitert. Neue Fenstermodelle kamen nicht hinzu, und beide Tests sind laut test.de nicht direkt vergleichbar. Welche Modelle im Test standen, steht im Vergleich der Fenstersicherungen, Noten nur dort, wo sie frei belegt sind.

Welche Fenstersicherung für welches Fenster?

Normales Dreh-Kipp-Fenster. Eine abschließbare Zusatzsicherung an der Griffseite und eine Scharniersicherung an der Bandseite. Modelle beider Arten mit Norm und Testergebnis stehen im Vergleich der Fenstersicherungen für Griff- und Bandseite.

Fenster mit Pilzkopfverriegelung. Hier ist ein abschließbarer Griff die passende Ergänzung, damit niemand nach Glasbruch von innen öffnet. Passende Modelle stehenim Vergleich abschließbarer Fenstergriffe. Ohne Pilzkopfzapfen braucht die Griffseite einen Riegel, aufschraubbare Modelle zeigt der Vergleich der Fensterschlösser.

Kleine Fenster an Bad, WC oder Keller ohne Schacht. Ein fest im Mauerwerk verschraubtes Gitter. Die Polizei nennt als Maßstab Stäbe ab 18 mm Dicke, höchstens 12 cm Abstand und mehr als vier nicht lösbare Befestigungspunkte. Worauf es dabei ankommt, zeigt der Vergleich der Fenstergitter.

Kellerfenster mit Lichtschacht. Meist ist der Gitterrost die Schwachstelle, nicht das Fenster. Ist der Schacht gut gesichert, kann laut Polizei die Sicherung des Kellerfensters entfallen. Passende Produkte für Kunststoff- und Betonschächte stehen unter Kellerfenster und Lichtschacht sichern.

Balkon- und Terrassentür. Hohe Flügel brauchen oft mehr als zwei Riegelpunkte, und für Hebe-Schiebetüren gelten eigene Lösungen. Dazu gibt es einen eigenen Bereich: Terrassentür und Balkontür sichern. Geht die Balkontür im Wind auf, hilft die Anleitung Balkontür-Schnäpper hält nicht mehr.

Sicherungen aus dem Fernsehen. Fensterschnapper und EM3-Riegel lassen sich ohne Schlüssel bedienen. Für die Griffseite verlangt die Polizei eine abschließbare Sicherung. Wofür die beiden trotzdem taugen, steht unter Fensterschnapper und EM3-Riegel.

Zur Einordnung: Die Polizeiliche Kriminalstatistik zählt für 2025 bundesweit 82.920 Wohnungseinbrüche, einschließlich der Versuche, 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr (BKA, PKS 2025). Über welchen Weg die Täter jeweils eindrangen, weist der Überblick des BKA nicht aus.

Was Mieter an Fenstern ohne und mit Zustimmung tun können, fasst der Ratgeber Einbruchschutz in der Mietwohnung zusammen.

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Häufige Fragen

Welche Fenster sollte ich zuerst sichern?

Die, die man ohne Leiter erreicht. Das sind Fenster im Erdgeschoss und Souterrain, Kellerfenster und Fenster über Vordächern, Garagen oder Anbauten. Die Polizei (K-Einbruch) nennt leicht erreichbare Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren als besonders gefährdet. Fenster im zweiten Stock ohne Steighilfe kommen danach.

Reicht ein abschließbarer Fenstergriff als Einbruchschutz?

Nein. Ein abschließbarer Griff verhindert, dass jemand den Griff von innen dreht, etwa nach dem Durchgreifen durch eine eingeschlagene Scheibe. Beim Aufhebeln wird der Flügel aber aus dem Rahmen gedrückt, der Griff bleibt dabei unberührt. Die Polizei schreibt ausdrücklich, dass ein abschließbarer Griff allein keinen Schutz gegen Aufhebeln bietet. Er gehört zu einer Pilzkopfverriegelung oder zu Zusatzsicherungen nach DIN 18104.

Ist ein gekipptes Fenster gegen Einbruch gesichert?

Nein. Die Polizei stellt klar: Gekippte Fenster sind offene Fenster. Sie lassen sich laut Polizei leicht öffnen. Die meisten Zusatzsicherungen wirken nur am geschlossenen Fenster. Schließen Sie Fenster deshalb immer, wenn Sie die Wohnung verlassen.

Was darf ich als Mieter an den Fenstern nachrüsten?

Einen abschließbaren Fenstergriff dürfen Mieter nach einem Merkblatt der Polizei Gelsenkirchen ohne Genehmigung einbauen. Bewahren Sie den alten Griff auf und setzen Sie ihn beim Auszug wieder ein. Zusatzschlösser, die in Flügel und Rahmen geschraubt werden, brauchen die Zustimmung des Vermieters. Nach § 554 BGB können Mieter diese Erlaubnis verlangen, wenn sie dem Vermieter zumutbar ist. Das ist ein allgemeiner Hinweis und keine Rechtsberatung.

Hilft Sicherheitsglas gegen Einbruch?

Nur ergänzend. Normales Isolierglas bietet laut Polizei keinen Einbruchschutz. Einbruchhemmendes Verbundsicherheitsglas ab Klasse P4A nach DIN EN 356 lässt sich im Einzelfall nachrüsten. Allein reicht es nicht, weil Fenster meist aufgehebelt und nicht eingeschlagen werden. Zuerst kommen deshalb Riegel an Griff- und Bandseite.

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Patrick Heil

Autor und Betreiber von einbruchsicherung-info.de

Beschäftigt sich seit 2017 mit Einbruchschutz und Nachrüsttechnik für Wohnung und Haus. Technikbegeistert, liest Normen, Prüfberichte und Montageanleitungen genau und vergleicht Produkte nach offenen Kriterien. Eigene Labortests macht er nicht.

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Quellen

  1. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Fenster, Balkon- und Terrassentüren. k-einbruch.de, ohne Datum, abgerufen am 29.10.2026.
  2. Stiftung Warentest: Tür- und Fenstersicherungen im Test. Fenstersicherungen 10/2025 (online seit 25.09.2025), am 29.10.2026 um Türsicherungen aus test 11/2026 erweitert. test.de, abgerufen am 29.10.2026.
  3. Polizei Gelsenkirchen und Präventionsrat Gelsenkirchen: Einbruchschutz in Mietwohnungen, Mieterrechte (Merkblatt). gelsenkirchen.de, abgerufen am 29.10.2026.
  4. Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Überblick. bka.de, abgerufen am 29.10.2026.
  5. Bürgerliches Gesetzbuch, § 554. gesetze-im-internet.de, abgerufen am 29.10.2026.