Polizei-Empfehlungen · Mechanik zuerst

Schwachstellen-Check: Wo ist Ihr Zuhause am leichtesten zu öffnen?

Neun Themen von der Wohnungstür bis zum Lichtschacht. Am Ende stehen höchstens fünf Punkte, in der Reihenfolge, in der Sie ansetzen sollten.

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Von Patrick Heil · aktualisiert am · Über den Autor

Illustration: Hausfassade im Schnitt mit markierter Wohnungstür, Erdgeschossfenster und Lichtschacht

Kurzantwort: Was zeigt der Schwachstellen-Check?

Das Wichtigste in Kürze

Der Check fragt ab, was Einbrechern laut Polizei am häufigsten den Weg öffnet: erreichbare Fenster und Balkontüren, die Wohnungstür, Terrassentür, Kellerschacht und das eigene Verhalten. Aus Ihren Antworten entstehen höchstens fünf Empfehlungen mit Links zu passenden Vergleichen und Ratgebern. Er vergibt keinen Punktwert und bescheinigt nicht, dass ein Zuhause sicher ist.

Der Check: neun Themen, rund drei Minuten

Kreuzen Sie an, was auf Ihr Zuhause zutrifft. Fragen, die Sie nicht beantworten, fließen nicht ein. „Weiß nicht“ zählt wie „Nein“, denn eine Sicherung, von der Sie nicht wissen, ob es sie gibt, sollten Sie prüfen.

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Ihr Zuhause

Wie wohnen Sie?
Wohnen Sie zur Miete?

Steuert nur, welche Produkte wir nennen: Mieter brauchen für Bohrungen die Zustimmung des Vermieters.

Kommt man von außen an Fenster oder Balkontür, etwa über Balkon, Vordach, Garage oder Mülltonnen?

Haus- oder Wohnungstür

Hat die Tür ein Zusatzschloss oder einen Querriegel?
Steht der Schließzylinder außen höchstens 3 mm über?

Mit dem Fingernagel oder einem Lineal an der Außenseite prüfen.

Sitzt der Zylinder in einem Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung oder hat er Ziehschutz?

Fenster und Balkontür

Sind die erreichbaren Fenster an Griff- und Bandseite gesichert, auf der Griffseite abschließbar?
Haben die Fenster eine Pilzkopfverriegelung?

Pilzförmige Zapfen am Flügelrand, die beim Schließen hinter Stahlteile im Rahmen greifen.

Freiwillig. Jeder Flügel zählt einzeln, ein zweiflügeliges Fenster also doppelt.

Terrassen- oder Balkontür

Ist die Terrassen- oder Balkontür zusätzlich gesichert, etwa mit Querriegel oder Sicherungen an beiden Seiten?

Keller und Lichtschacht

Sind Gitterroste über Lichtschächten und Kellerfenster gegen Abheben oder Aufhebeln gesichert?

Wenn Sie aus dem Haus gehen

Schließen Sie die Tür ab, statt sie nur zuzuziehen?
Schließen Sie alle Fenster ganz, auch die gekippten?
Bleibt jeder Schlüssel drinnen, also keiner unter Matte, im Blumentopf oder Versteck?
Wirkt Ihr Zuhause im Urlaub bewohnt: Briefkasten geleert, Licht und Rollläden in Bewegung?

Was Sie schützen wollen

Liegen Bargeld, Schmuck oder wichtige Dokumente zu Hause?
Leben kleine Kinder im Haushalt?
Gehört eines davon zum Haushalt?

Mehrere Antworten möglich.

So funktioniert der Check

Jede Antwort „Nein“ oder „Weiß nicht“ ergibt eine Lücke. Die Lücken haben eine feste Reihenfolge. Sie folgt den Einstiegswegen, die die Polizei nennt, und ihrem Grundsatz „Mechanik zuerst“: Erst wenn Tür und Fenster einem Aufhebeln standhalten, ergänzt Elektronik sinnvoll. Wie Täter dabei vorgehen, beschreibt der Ratgeber Wie Einbrecher vorgehen.

  1. Was nichts kostet: abschließen statt zuziehen, Fenster ganz schließen, keine Schlüssel draußen. Gekippte Fenster gelten laut Polizei als offene Fenster. Einbruch und Versicherung
  2. Fenster und Balkontür: Sicherungen mindestens an Griff- und Bandseite, auf der Griffseite abschließbar. Bei einer Wohnung ab dem 1. Stock nur, wenn Fenster von außen erreichbar sind. Fenstersicherungen im Vergleich
  3. Haus- oder Wohnungstür: Zusatzschloss oder Querriegel, ein Zylinder, der außen höchstens 3 mm übersteht, und ein Schutzbeschlag. Zusatzschlösser im Vergleich
  4. Terrassentür und Keller: Zusatzsicherungen an der Terrassentür, Abhebesicherungen für Gitterroste über Lichtschächten. Terrassentür nachrüsten · Kellerfenster sichern
  5. Urlaub und Abwesenheit: Briefkasten, Licht und Rollläden, damit das Zuhause bewohnt wirkt. Anwesenheit simulieren

Danach folgen Wertsachen, Kindersicherung sowie Fahrrad und Wohnmobil, wenn Sie das angegeben haben. Haben Sie bei Tür und Fenstern keine Lücke, nennt der Check zuletzt Alarmanlagen und Melder als Ergänzung.

Warum höchstens fünf Punkte?

Weil eine lange Liste lähmt. Fünf Punkte lassen sich an einem Wochenende prüfen und mit dem Vermieter oder einem Fachbetrieb besprechen. Ergeben sich mehr, sagt der Check, wie viele noch dazukommen. Arbeiten Sie die ersten ab und machen Sie den Check danach noch einmal.

Wie viele Fenstersicherungen brauche ich?

Die Polizei empfiehlt Sicherungen mindestens an Griff- und Bandseite, die auf der Griffseite muss abschließbar sein. Geben Sie im Check die Zahl der erreichbaren Flügel an, rechnet er mit dieser Regel: je Flügel mindestens eine Sicherung pro Seite. Eine Regel, ab welcher Flügelhöhe mehr Sicherungen nötig sind, übernehmen wir erst, wenn eine Polizeiquelle sie belegt.

Und dann?

Der beste nächste Schritt ist eine Beratung vor Ort. Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen beraten kostenlos und herstellerneutral. Für Mieter lohnt vorher der Blick in den Ratgeber Einbruchschutz in der Mietwohnung, vor einer Reise die Urlaubs-Checkliste.

Häufige Fragen zum Schwachstellen-Check

Sagt mir der Check, ob meine Wohnung sicher ist?

Nein. Der Check fragt typische Schwachstellen ab und sortiert sie. Ob eine Tür oder ein Fenster einem Angriff standhält, hängt von Einbau, Beschlag und Material ab. Das kann nur jemand vor Ort beurteilen. Darum gibt es auch keinen Punktwert und keine Note.

Warum zählt „Weiß nicht“ wie „Nein“?

Eine Sicherung, von der Sie nicht wissen, ob es sie gibt, sollten Sie prüfen. Bei Pilzkopfzapfen zum Beispiel reicht ein Blick auf den Flügelrand bei offenem Fenster. Fragen, die Sie gar nicht beantworten, fließen dagegen nicht ein.

Was kann ich als Mieter tun?

Ohne Bohren geht mehr, als viele denken: konsequent abschließen, Fenster nie gekippt lassen, keine Schlüssel draußen verstecken und den Zylinder tauschen. Für aufgeschraubte Sicherungen an Tür und Fenster brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters. Wer im Check angibt, zur Miete zu wohnen, bekommt an der Tür Hinweise auf Lösungen ohne Bohren. Das ist ein allgemeiner Hinweis und keine Rechtsberatung.

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Patrick Heil

Autor und Betreiber von einbruchsicherung-info.de

Beschäftigt sich seit 2017 mit Einbruchschutz und Nachrüsttechnik für Wohnung und Haus. Technikbegeistert, liest Normen, Prüfberichte und Montageanleitungen genau und vergleicht Produkte nach offenen Kriterien. Eigene Labortests macht er nicht.

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Quellen

  1. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Fenster, Balkon- und Terrassentür, mit dem Abschnitt Kellerfenster und Kellerlichtschacht. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  2. Polizeiliche Kriminalprävention: Außentüren – Haus- und Wohnungstüren. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  3. Polizeiliche Kriminalprävention: Verhaltenstipps. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
  4. GDV-Verbraucherportal: Was leistet die Hausratversicherung? 31.01.2025. dieversicherer.de, abgerufen am 29.10.2026.
  5. Eigene Ratgeber auf dieser Seite, dort mit allen Einzelbelegen: Wie Einbrecher vorgehen, Pilzkopfverriegelung, Einbruch und Versicherung, Einbruchschutz in der Mietwohnung.