Polizei-Empfehlungen · Mechanik zuerst
Schwachstellen-Check: Wo ist Ihr Zuhause am leichtesten zu öffnen?
Neun Themen von der Wohnungstür bis zum Lichtschacht. Am Ende stehen höchstens fünf Punkte, in der Reihenfolge, in der Sie ansetzen sollten.
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Kurzantwort: Was zeigt der Schwachstellen-Check?
Der Check fragt ab, was Einbrechern laut Polizei am häufigsten den Weg öffnet: erreichbare Fenster und Balkontüren, die Wohnungstür, Terrassentür, Kellerschacht und das eigene Verhalten. Aus Ihren Antworten entstehen höchstens fünf Empfehlungen mit Links zu passenden Vergleichen und Ratgebern. Er vergibt keinen Punktwert und bescheinigt nicht, dass ein Zuhause sicher ist.
Der Check: neun Themen, rund drei Minuten
Kreuzen Sie an, was auf Ihr Zuhause zutrifft. Fragen, die Sie nicht beantworten, fließen nicht ein. „Weiß nicht“ zählt wie „Nein“, denn eine Sicherung, von der Sie nicht wissen, ob es sie gibt, sollten Sie prüfen.
Ihr Zuhause
Haus- oder Wohnungstür
Fenster und Balkontür
Freiwillig. Jeder Flügel zählt einzeln, ein zweiflügeliges Fenster also doppelt.
Bitte eine ganze Zahl zwischen 1 und 60 eingeben.
Terrassen- oder Balkontür
Keller und Lichtschacht
Wenn Sie aus dem Haus gehen
Was Sie schützen wollen
Wo Sie zuerst ansetzen sollten
Bei Ihren Antworten ergibt sich keine der typischen Lücken, nach denen dieser Check fragt. Ob Tür und Fenster einem Angriff wirklich standhalten, kann nur jemand vor Ort sagen.
Sofort und ohne Kosten
- Schließen Sie immer ab. Eine nur zugezogene Tür hält allein die Falle, laut Polizei eine der Gelegenheiten, die ganz ohne Gewalt auskommen.
- Schließen Sie Fenster ganz, bevor Sie gehen. Gekippte Fenster gelten laut Polizei als offene Fenster, und die Hausratversicherung kann dann kürzen. Mehr dazu im Ratgeber Einbruch und Versicherung.
- Holen Sie versteckte Schlüssel herein. Schlüssel unter der Fußmatte oder im Blumentopf zählt die Polizei zu den Gelegenheiten, die Tätern den Einbruch leicht machen.
Fenster und Balkontür sichern
Über leicht erreichbare Fenster und Balkontüren kommen Täter laut Polizei vor allem ins Haus, meist durch Aufhebeln mit einfachem Werkzeug.
- Die Polizei empfiehlt Sicherungen mindestens an Griff- und Bandseite, auf der Griffseite abschließbar.
- Prüfen Sie, ob der Beschlag Pilzkopfzapfen hat oder sich nachrüsten lässt.
Haus- oder Wohnungstür verstärken
Viele Außentüren lassen sich laut Polizei schon mit körperlicher Gewalt überwinden. In Mehrfamilienhäusern ist die Wohnungstür ein häufiger Zugang.
- Ein Zusatzschloss oder Querriegel verlängert die Zeit, die ein Täter an der Tür braucht.
- Ein Zylinder, der außen übersteht, lässt sich greifen, abbrechen oder herausziehen. Die Polizei nennt höchstens 3 mm Toleranz.
- Die Polizei empfiehlt einen Schutzbeschlag nach DIN 18257, am besten mit Zylinderabdeckung.
Terrassen- oder Balkontür nachrüsten
Diese Türen liegen oft unbeobachtet zum Garten hin. Die Polizei empfiehlt wie bei Fenstern Sicherungen an Griff- und Bandseite.
Keller und Lichtschacht sichern
Ein Gitterrost liegt meist nur lose im Rahmen. Die Polizei rät, ihn mit speziellen Abhebesicherungen zu sichern.
Im Urlaub bewohnt wirken
Ein voller Briefkasten und Rollläden, die tagelang unten bleiben, zeigen, dass niemand da ist. Eine Vertrauensperson und Zeitschaltuhren helfen.
Wertsachen einschließen
Für Bargeld und Schmuck gelten in der Hausratversicherung eigene Grenzen. Ein geprüfter, verankerter Tresor hilft, welche Stufe passt, hängt vom Wert ab.
Kindersicherung mitdenken
Wer Fenster und Türen ohnehin nachrüstet, kann Einbruch- und Kindersicherung zusammen planen.
Auch Fahrrad und Wohnmobil sichern
Fahrräder und Fahrzeuge stehen oft außerhalb der Wohnung, im Keller, Hof oder auf der Straße.
Elektronik als Ergänzung
Bei Tür und Fenstern haben Sie keine Lücke angegeben. Erst dann ist Elektronik sinnvoll, nach dem Grundsatz der Polizei: Mechanik zuerst.
Nehmen Sie sich zuerst die fünf oben vor und machen Sie den Check danach noch einmal.
Nächster Schritt: Die Polizei berät kostenlos und herstellerneutral, auch bei Ihnen vor Ort. Fragen Sie bei Ihrer Polizeidienststelle nach der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle.
Dieser Check zeigt typische Schwachstellen nach den Empfehlungen der Polizei (K-EINBRUCH), er ersetzt keine Beratung und sagt nichts darüber, ob Ihr Zuhause sicher ist. Ihre Antworten wurden weder gespeichert noch gesendet.
So funktioniert der Check
Jede Antwort „Nein“ oder „Weiß nicht“ ergibt eine Lücke. Die Lücken haben eine feste Reihenfolge. Sie folgt den Einstiegswegen, die die Polizei nennt, und ihrem Grundsatz „Mechanik zuerst“: Erst wenn Tür und Fenster einem Aufhebeln standhalten, ergänzt Elektronik sinnvoll. Wie Täter dabei vorgehen, beschreibt der Ratgeber Wie Einbrecher vorgehen.
- Was nichts kostet: abschließen statt zuziehen, Fenster ganz schließen, keine Schlüssel draußen. Gekippte Fenster gelten laut Polizei als offene Fenster. Einbruch und Versicherung
- Fenster und Balkontür: Sicherungen mindestens an Griff- und Bandseite, auf der Griffseite abschließbar. Bei einer Wohnung ab dem 1. Stock nur, wenn Fenster von außen erreichbar sind. Fenstersicherungen im Vergleich
- Haus- oder Wohnungstür: Zusatzschloss oder Querriegel, ein Zylinder, der außen höchstens 3 mm übersteht, und ein Schutzbeschlag. Zusatzschlösser im Vergleich
- Terrassentür und Keller: Zusatzsicherungen an der Terrassentür, Abhebesicherungen für Gitterroste über Lichtschächten. Terrassentür nachrüsten · Kellerfenster sichern
- Urlaub und Abwesenheit: Briefkasten, Licht und Rollläden, damit das Zuhause bewohnt wirkt. Anwesenheit simulieren
Danach folgen Wertsachen, Kindersicherung sowie Fahrrad und Wohnmobil, wenn Sie das angegeben haben. Haben Sie bei Tür und Fenstern keine Lücke, nennt der Check zuletzt Alarmanlagen und Melder als Ergänzung.
Warum höchstens fünf Punkte?
Weil eine lange Liste lähmt. Fünf Punkte lassen sich an einem Wochenende prüfen und mit dem Vermieter oder einem Fachbetrieb besprechen. Ergeben sich mehr, sagt der Check, wie viele noch dazukommen. Arbeiten Sie die ersten ab und machen Sie den Check danach noch einmal.
Wie viele Fenstersicherungen brauche ich?
Die Polizei empfiehlt Sicherungen mindestens an Griff- und Bandseite, die auf der Griffseite muss abschließbar sein. Geben Sie im Check die Zahl der erreichbaren Flügel an, rechnet er mit dieser Regel: je Flügel mindestens eine Sicherung pro Seite. Eine Regel, ab welcher Flügelhöhe mehr Sicherungen nötig sind, übernehmen wir erst, wenn eine Polizeiquelle sie belegt.
Und dann?
Der beste nächste Schritt ist eine Beratung vor Ort. Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen beraten kostenlos und herstellerneutral. Für Mieter lohnt vorher der Blick in den Ratgeber Einbruchschutz in der Mietwohnung, vor einer Reise die Urlaubs-Checkliste.
Häufige Fragen zum Schwachstellen-Check
Sagt mir der Check, ob meine Wohnung sicher ist?
Nein. Der Check fragt typische Schwachstellen ab und sortiert sie. Ob eine Tür oder ein Fenster einem Angriff standhält, hängt von Einbau, Beschlag und Material ab. Das kann nur jemand vor Ort beurteilen. Darum gibt es auch keinen Punktwert und keine Note.
Warum zählt „Weiß nicht“ wie „Nein“?
Eine Sicherung, von der Sie nicht wissen, ob es sie gibt, sollten Sie prüfen. Bei Pilzkopfzapfen zum Beispiel reicht ein Blick auf den Flügelrand bei offenem Fenster. Fragen, die Sie gar nicht beantworten, fließen dagegen nicht ein.
Was kann ich als Mieter tun?
Ohne Bohren geht mehr, als viele denken: konsequent abschließen, Fenster nie gekippt lassen, keine Schlüssel draußen verstecken und den Zylinder tauschen. Für aufgeschraubte Sicherungen an Tür und Fenster brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters. Wer im Check angibt, zur Miete zu wohnen, bekommt an der Tür Hinweise auf Lösungen ohne Bohren. Das ist ein allgemeiner Hinweis und keine Rechtsberatung.
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Wer hat das geschrieben?

Patrick Heil
Beschäftigt sich seit 2017 mit Einbruchschutz und Nachrüsttechnik für Wohnung und Haus. Technikbegeistert, liest Normen, Prüfberichte und Montageanleitungen genau und vergleicht Produkte nach offenen Kriterien. Eigene Labortests macht er nicht.
Quellen
- Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Fenster, Balkon- und Terrassentür, mit dem Abschnitt Kellerfenster und Kellerlichtschacht. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
- Polizeiliche Kriminalprävention: Außentüren – Haus- und Wohnungstüren. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
- Polizeiliche Kriminalprävention: Verhaltenstipps. Ohne Datum. k-einbruch.de, abgerufen am 29.10.2026.
- GDV-Verbraucherportal: Was leistet die Hausratversicherung? 31.01.2025. dieversicherer.de, abgerufen am 29.10.2026.
- Eigene Ratgeber auf dieser Seite, dort mit allen Einzelbelegen: Wie Einbrecher vorgehen, Pilzkopfverriegelung, Einbruch und Versicherung, Einbruchschutz in der Mietwohnung.