Kurzantwort: Welcher Waffenschrank für welche Waffen?
Unsere Einordnung nach Gesetz und Herstellerangaben
Für erlaubnispflichtige Schusswaffen brauchen Sie einen Waffenschrank mit Widerstandsgrad 0 oder I nach EN 1143-1 und einem Zertifikat. Grad 0 reicht für beliebig viele Langwaffen und, je nach Gewicht, für fünf oder zehn Kurzwaffen. Wer mehr Kurzwaffen hat, braucht Grad I. Alle Schränke in diesem Vergleich haben laut Hersteller einen dieser Grade, beim Rottner KWT-65 IT* (Affiliate-Link zu Amazon, öffnet neues Fenster) nennt der Anbieter aber keine Prüfstelle.
Für erlaubnisfreie Waffen reicht nach § 13 Abs. 2 Nr. 1 AWaffV ein verschlossenes Behältnis. Ein zertifizierter Waffenschrank ist dafür nicht vorgeschrieben.
Keine Rechtsberatung. Wir geben den Gesetzestext und die Merkblätter der Waffenbehörden wieder, Stand 03.11.2026. Verbindlich entscheidet Ihre Waffenbehörde. Sie kann im Einzelfall mehr verlangen, etwa wegen der Zahl der Waffen oder des Aufstellorts (§ 36 Abs. 6 WaffG). Fragen Sie im Zweifel dort nach, bevor Sie kaufen.
Welche Waffenschrank-Klasse brauche ich für welche Waffen?
Für erlaubnispflichtige Lang- und Kurzwaffen mindestens Klasse 0, bei mehr als zehn Kurzwaffen Klasse 1, für erlaubnisfreie Waffen reicht ein verschlossenes Behältnis. Das regelt § 13 der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung (AWaffV). Maßgeblich sind drei Dinge: ob die Waffe erlaubnispflichtig ist, ob es eine Lang- oder Kurzwaffe ist und wie viele Kurzwaffen Sie haben. Alle Schusswaffen müssen ungeladen im Behältnis liegen (§ 13 Abs. 1 AWaffV). Langwaffen sind zum Beispiel Büchsen und Flinten, Kurzwaffen sind Pistolen und Revolver.
Mindestanforderungen nach § 13 AWaffV in einer dauernd bewohnten Wohnung
Was Sie aufbewahren
Mindestens erforderlich
Regel
Erlaubnisfreie Waffen und Munition, z. B. Luftgewehr mit F-Zeichen, Schreckschusswaffe mit PTB-Zeichen
ein verschlossenes Behältnis
§ 13 Abs. 2 Nr. 1
Nur erlaubnispflichtige Munition, ohne Waffen
Stahlblechbehältnis mit Schwenkriegelschloss oder gleichwertig
§ 13 Abs. 2 Nr. 2
Langwaffen in beliebiger Zahl und bis zu 5 Kurzwaffen, mit Munition
Widerstandsgrad 0 nach EN 1143-1, Schrank unter 200 kg
§ 13 Abs. 2 Nr. 3
Langwaffen in beliebiger Zahl und bis zu 10 Kurzwaffen, mit Munition
Widerstandsgrad 0 nach EN 1143-1, Schrank ab 200 kg
§ 13 Abs. 2 Nr. 4
Lang- und Kurzwaffen in beliebiger Zahl, mit Munition
Widerstandsgrad I nach EN 1143-1
§ 13 Abs. 2 Nr. 5
Gebäude, das nicht dauernd bewohnt ist (Jagdhütte, Ferienhaus)
höchstens 3 Langwaffen, nur in Widerstandsgrad I
§ 13 Abs. 4
Quelle: § 13 AWaffV, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 03.11.2026. Die Zählung „bis zu fünf“ bzw. „bis zu zehn“ umfasst Kurzwaffen zusammen mit bestimmten verbotenen Waffen. Wesentliche Teile wie Wechselläufe zählen nicht mit, solange sie sich nicht zu einer schussfähigen Waffe zusammensetzen lassen (§ 13 Abs. 3).
Was heißt „unter 200 kg“?
Gemeint ist das Gewicht des Schranks selbst, nicht des Inhalts. Unter 200 kg dürfen in einen Grad-0-Schrank höchstens fünf Kurzwaffen, ab 200 kg zehn. Eine Verankerung macht einen leichteren Schrank laut Gesetzestext nicht schwerer: § 13 AWaffV erwähnt die Verankerung nicht. Das Nachweisformular der Polizei NRW lässt die Verankerung nur bei alten Schränken der Stufe B als Ersatz für das Gewicht gelten. Wenn Sie hier anders planen, klären Sie das vorab mit Ihrer Behörde.
Dürfen Waffen und Munition in denselben Schrank?
Ja, bei Widerstandsgrad 0 und I. Die Munition darf mit den Waffen im selben Schrank liegen, ein getrenntes Fach ist nicht vorgeschrieben. Bewahren Sie nur Munition auf, genügt ein Stahlblechbehältnis mit Schwenkriegelschloss.
Dürfen Familienmitglieder mit an den Schrank?
Nur, wenn sie selbst berechtigt sind und mit Ihnen in einem Haushalt leben (§ 13 Abs. 8 AWaffV). Eine Partnerin oder ein Partner ohne eigene Waffenbesitzkarte darf keinen Zugang haben, also auch Schlüssel oder Code nicht kennen.
HinweisMit * markierte Links sind Affiliate-Links
Kaufen Sie darüber, erhalten wir eine Provision von Amazon. Der Preis für Sie bleibt gleich, und die Reihenfolge im Vergleich hängt nicht davon ab. Preise zeigen wir nicht an – den aktuellen Preis sehen Sie bei Amazon. Mehr zu Affiliate-Links und unserer Unabhängigkeit
Welche Waffenschränke vergleichen wir?
So ordnen wir ein
Wir testen nicht selbst. Am schwersten wiegt der Widerstandsgrad nach EN 1143-1 mit Zertifikat, danach die Frage, wofür der Hersteller den Schrank nach § 13 AWaffV freigibt. Dann folgen Gewicht, Schloss und Verankerung. Preise fließen nicht ein. Mehr dazu unter So vergleichen wir.
Flacher Kurzwaffenschrank nach EN 1143-1 Grad I, Doppelbartschloss
Grad I
laut Anbieter über den gesetzlichen Anforderungen; Grad I ist nach § 13 Abs. 2 Nr. 5 AWaffV ohne Höchstzahl
ECB-S laut Anbieter; unter dem Namen Hawk Pistol nicht in der ECB-S-Liste. Gelistet ist mit Grad I ein Modell gleicher Maße und gleichen Gewichts („St. Gallen safe4gun“), ob baugleich, ist nicht belegt (03.11.2026)
30
doppelbart
keine Angabe des Herstellers
keine Angabe des Herstellers
2 Magnethalter
360 x 230 x 55 (H x B x T)
Rückwand oder Boden
zum Aufhängen an der Rückwand, zusätzlich Bodenverankerung möglich, Verankerungsmaterial liegt bei
Alle Merkmale stammen aus Herstellerangaben: Datenblätter von Format, Produktseite und Broschüre von Burg-Wächter und die Amazon-Texte der Marken-Stores. Die Spalte „Zertifiziert von“ haben wir am 03.11.2026 in der Produktliste der Prüfstelle ECB-S nachgeschlagen: Fünf Modelle stehen dort mit dem genannten Widerstandsgrad. Den Secureo Hawk Pistol haben wir unter diesem Namen nicht gefunden, nur ein Modell mit gleichen Maßen und gleichem Gewicht. Beim Rottner KWT-65 IT ist keine Prüfstelle genannt, das Feld bleibt leer. Die Spalte „Zulässig für“ zitiert die Freigabe des Herstellers, beim Secureo Hawk Pistol den Verweis auf § 13 Abs. 2 Nr. 5 AWaffV.
Die Modelle im Einzelnen
Reihenfolge wie in der Tabelle: erst Langwaffenschränke, dann Kurzwaffenschränke. Sie hängt nicht von Provisionen ab.
Für bis zu fünf Kurzwaffen, mit Schlüssel
Burg-Wächter Magno M 520 S (Grad 0, Doppelbartschloss, 28 l)
Kurzwaffenschrank nach EN 1143-1 Grad 0, Doppelbartschloss · Burg-Wächter
Externe Prüfungen · redaktionelle Information
Keine externe Prüfung bekannt
Widerstandsgrad
Grad 0 (N)
Zulässig für
bis zu 5 Kurzwaffen mit Munition (laut Hersteller)
Zertifiziert von
ECB-S, in der ECB-S-Liste als „Magno-Safe M 520 S“ mit Grad 0 (nachgeschlagen 03.11.2026)
Gewicht (kg)
60
Schloss
doppelbart
Schloss-Norm
VdS Klasse 1, ECB-S EN 1300 Klasse A (Broschüre Burg-Wächter)
Innentresor
keine Angabe des Herstellers
Waffenhalter / Fächer
keine im Lieferumfang; Kurzwaffenhalterung KWH 5 als Zubehör, Fachboden verstellbar
Innenmaße (mm)
245 x 379 x 305 (H x B x T)
Verankerung
Rückwand
Montage
Serienmäßig für Rückwandverankerung vorgerichtet, Befestigungsmaterial liegt bei
Unsere Einordnung nach Kriterien
Vorteile
Vorteil: Grad 0 nach EN 1143-1 mit Munition im selben Fach
Vorteil: Ordnertiefe und verstellbarer Fachboden, auch für Papiere nutzbar
Vorteil: Schloss laut Hersteller VdS Klasse 1 und ECB-S Klasse A
Nachteile
Nachteil: Den Schlüssel müssen Sie selbst gleichwertig sichern oder bei sich tragen
Nachteil: Nur für Rückwandverankerung vorgerichtet
Nachteil: Waffenhalter kosten extra
Sie bis zu fünf Kurzwaffen samt Munition sicher verwahren wollen und für den Schlüssel bereits eine Lösung haben, etwa einen zweiten Tresor mit Zahlenschloss.
Aktuellen Preis bei Amazon prüfen. Angaben geprüft am 03.11.2026.
Flach für die Wand, mit Grad I
Secureo Hawk Pistol (Grad I, Doppelbartschloss, 30 kg)
Flacher Kurzwaffenschrank nach EN 1143-1 Grad I, Doppelbartschloss · Secureo
Externe Prüfungen · redaktionelle Information
Keine externe Prüfung bekannt
Widerstandsgrad
Grad I
Zulässig für
laut Anbieter über den gesetzlichen Anforderungen; Grad I ist nach § 13 Abs. 2 Nr. 5 AWaffV ohne Höchstzahl
Zertifiziert von
ECB-S laut Anbieter; unter dem Namen Hawk Pistol nicht in der ECB-S-Liste. Gelistet ist mit Grad I ein Modell gleicher Maße und gleichen Gewichts („St. Gallen safe4gun“), ob baugleich, ist nicht belegt (03.11.2026)
Gewicht (kg)
30
Schloss
doppelbart
Schloss-Norm
keine Angabe des Herstellers
Innentresor
keine Angabe des Herstellers
Waffenhalter / Fächer
2 Magnethalter
Innenmaße (mm)
360 x 230 x 55 (H x B x T)
Verankerung
Rückwand oder Boden
Montage
zum Aufhängen an der Rückwand, zusätzlich Bodenverankerung möglich, Verankerungsmaterial liegt bei
Unsere Einordnung nach Kriterien
Vorteile
Vorteil: Grad I in einem 16,5 cm flachen Gehäuse
Vorteil: Kann an der Wand hängen und spart Bodenfläche
Vorteil: Magnethalter für Pistolen und Revolver
Nachteile
Nachteil: Innen nur 55 mm tief: nur für flach liegende Kurzwaffen, wenig Platz für Munition
Nachteil: Den Schlüssel müssen Sie gleichwertig sichern oder bei sich tragen
Nachteil: Breite uneinheitlich angegeben (330 mm im Titel, 35 cm in der Tabelle)
Nachteil: Unter seinem Namen nicht in der ECB-S-Produktliste zu finden
Sie wenige Kurzwaffen platzsparend an einer massiven Wand unterbringen wollen und die geringe Innentiefe für Ihre Waffen reicht.
Aktuellen Preis bei Amazon prüfen. Angaben geprüft am 03.11.2026.
Gibt es einen Waffenschrank-Testsieger?
Nein. Stiftung Warentest hat keinen Waffenschrank-Test veröffentlicht, die Suche auf test.de nach „Waffenschrank“ ergab am 03.11.2026 keinen Treffer. Vergleichsportale, die von einem „Testsieger“ sprechen, verlinken keinen Test. Wir testen ebenfalls nicht. Ein Waffenschrank wird stattdessen geprüft und zertifiziert: Eine Prüfstelle wie ECB-S oder VdS bestätigt den Widerstandsgrad nach EN 1143-1. Dieses Zertifikat ist der Beleg, auf den es ankommt.
Externe Tests
Zu dieser Kategorie ist uns kein unabhängiger Test bekannt. Das sagen wir lieber offen, als eine Note zu erfinden.
Was ist der Unterschied zwischen Klasse 0, Klasse 1, S1, A und B?
„Klasse 0“ und „Klasse 1“ sind die gängigen Namen für die Widerstandsgrade 0 und I nach EN 1143-1, der europäischen Norm für Wertschutzschränke. Grad 0 heißt auch „N“. Nur diese beiden Grade und höhere nennt § 13 AWaffV für erlaubnispflichtige Waffen. Schränke mit S1 oder S2 nach EN 14450 und die alten Stufen A und B nach VDMA 24992 liegen darunter.
Bezeichnungen, die Sie beim Waffenschrank-Kauf lesen
Bezeichnung
Was dahinter steckt
Für Waffen
Klasse 0, Grad 0, „N“
Widerstandsgrad 0 nach EN 1143-1. Wertschutzschrank, der eine Typprüfung gegen Aufbruch bestanden hat.
Zugelassen für Langwaffen und bis zu 5 bzw. 10 Kurzwaffen, je nach Gewicht.
Klasse 1, Grad I
Widerstandsgrad I nach EN 1143-1, die nächsthöhere Stufe.
Zugelassen für Lang- und Kurzwaffen ohne Höchstzahl.
S1, S2
Sicherheitsstufen nach EN 14450, unterhalb von Grad 0.
In § 13 AWaffV für Waffen nicht vorgesehen.
Stufe A, Stufe B
Alte Einstufung nach VDMA 24992, zum 31.12.2003 zurückgezogen.
Nur noch mit Bestandsschutz nach § 36 Abs. 4 WaffG, nicht bei Neukauf.
Was bedeutet „Grad 0 nach EN 1143-1“?
Ein Schrank mit diesem Grad hat eine Typprüfung bestanden, bei der Prüfer ihn mit Werkzeugen angreifen und die Zeit messen. § 13 Abs. 1 AWaffV verlangt zusätzlich eine Zertifizierung. Die Konformität bewertet eine akkreditierte Stelle (§ 13 Abs. 10). Gleichwertige Normen anderer Staaten im Europäischen Wirtschaftsraum sind zulässig. Wie die Grade aufgebaut sind und welche Versicherungssumme als Richtwert gilt, erklärt der Ratgeber Tresor-Sicherheitsstufen.
Woran erkenne ich ein echtes Zertifikat?
Am Typenschild an der Innenseite der Tür. Darauf müssen Norm und Widerstandsgrad lesbar stehen. Die Polizei NRW verlangt im Nachweisformular ein Foto davon, wenn Sie keinen Kaufbeleg mit ausgewiesener Klassifizierung haben. Prüfstellen in Deutschland sind vor allem ECB-S, die Zertifizierungsstelle des europäischen Herstellerverbands ESSA, und VdS Schadenverhütung. „VdS-geprüft“ im Produkttitel bezieht sich bei Burg-Wächter auf das Schloss, nicht auf den Schrank. Lesen Sie deshalb genau, ob vom Schrank oder vom Schloss die Rede ist.
Was ist mit „nach ČSN EN 1143-1“?
ČSN ist die tschechische Ausgabe der europäischen Norm. Rottner gibt den KWT-65 IT so an. Das kann völlig in Ordnung sein, weil die AWaffV gleichwertige Normen aus dem EWR zulässt. Der Anbieter nennt aber keine Prüfstelle. Lassen Sie sich das Zertifikat vor dem Kauf zeigen und fragen Sie bei der Waffenbehörde nach, ob sie es anerkennt.
Brauche ich einen Innentresor für Kurzwaffen oder Munition?
Bei Widerstandsgrad 0 oder I nicht. Munition und Kurzwaffen dürfen dort im selben Raum wie die Langwaffen liegen. Ein Innentresor hilft beim Ordnen, etwa um Papiere oder Wertsachen getrennt zu halten. Für den Schlüssel eines Innenfachs gelten in diesen Schränken laut LKA NRW keine besonderen Anforderungen. Anders war es bei den alten Schränken der Stufe A: Dort lagen Kurzwaffen in einem Innenfach der Stufe B. In diesem Vergleich hat nur derRottner KWT-65 IT* (Affiliate-Link zu Amazon, öffnet neues Fenster) einen Innentresor, mit Zylinderschloss.
Reicht ein Möbeltresor mit S2 für eine Pistole?
Für eine erlaubnispflichtige Pistole nicht. S2 nach EN 14450 kommt in § 13 AWaffV nicht vor. Ein Möbeltresor mit Grad 0 dagegen erfüllt die Norm, wenn er zertifiziert ist. Welche Möbeltresore Grad 0 haben, steht im Möbeltresor-Vergleich. Ob die Behörde ihn als Waffenbehältnis für Ihre Kurzwaffen anerkennt, klären Sie vorher mit ihr.
Wie stelle ich den Waffenschrank richtig auf?
Auf festem Boden, an einer massiven Wand und verankert, wie es die Anleitung verlangt. Eine Verankerungspflicht steht zwar nicht in § 13 AWaffV. Format und Rottner schreiben aber, dass Schränke unter 1.000 kg verankert werden müssen. Format rät, die Verankerung mit dem Versicherer abzustimmen. Hartmann Tresore weist in seiner Anleitung darauf hin, dass ein nicht vollständig verankerter Schrank kippen kann. Die Polizei NRW lässt Sie im Nachweisformular versichern, dass Sie nach den Herstellervorschriften montiert haben.
Wo steht der Waffenschrank am besten?
In einem Raum, den Gäste und Handwerker nicht ohne Weiteres betreten, und nicht direkt hinter einem Fenster. Der Boden muss das Gewicht tragen: 219 kg auf rund 0,27 Quadratmetern beim Corvino 6 sind eine Punktlast. Bei Holzbalkendecken und im Obergeschoss fragen Sie vorher einen Statiker oder den Hersteller. Eine Leichtbauwand hält keinen Anker.
Was ist in einer Mietwohnung?
Für die Verankerung bohren Sie in Boden oder Wand. Holen Sie dafür die schriftliche Zustimmung Ihres Vermieters ein. Was Mieter ohne Erlaubnis dürfen, steht im Ratgeber Einbruchschutz in der Mietwohnung.
Montage in Kürze: Waffenschrank verankern
Werkzeug
Bohrhammer mit Betonbohrer im Durchmesser, den die Anleitung nennt, HSS-Metallbohrer, falls die Bohrung im Schrank vorgestanzt, aber nicht offen ist, Leitungssucher, Wasserwaage, Ring- oder Drehmomentschlüssel für die Anker, Staubsauger, mitgeliefertes Verankerungsmaterial, zwei Helfer und eine Sackkarre für den Transport
Zeit
zwei bis drei Stunden mit Transport (unsere Schätzung, keine Herstellerangabe)
Platz und Untergrund prüfen
Wählen Sie einen Platz auf Beton oder Estrich auf Beton, an einer Wand aus Mauerwerk oder Beton. Suchen Sie die Bohrstellen mit dem Leitungssucher ab. Ein Dielenboden oder eine Gipskartonwand halten die Anker nicht.
Schrank aufstellen und ausrichten
Bringen Sie den Schrank mit Helfern an seinen Platz. Bei manchen Modellen lässt sich die Tür für den Transport ausbauen, beim Ranger N 5 wiegt sie laut Burg-Wächter 33 kg. Richten Sie den Schrank mit der Wasserwaage aus und prüfen Sie, ob die Tür frei aufgeht.
Bohrungen anzeichnen
Zeichnen Sie durch die vorbereiteten Löcher in Boden oder Rückwand an. Ist die Bohrung im Schrank nur vorgestanzt, bohren Sie sie zuerst mit dem Metallbohrer durch, wie es die Anleitung beschreibt.
Bohren und reinigen
Bohren Sie je nach Anleitung direkt durch die Löcher im Schrank oder an den angezeichneten Stellen, in Durchmesser und Tiefe laut Anleitung. Saugen Sie das Bohrmehl ab, die Anleitungen verlangen gereinigte Bohrlöcher.
Verankern und dokumentieren
Stellen Sie den Schrank auf die Bohrungen, setzen Sie die Anker und ziehen Sie sie mit dem Drehmoment aus der Anleitung an. Rütteln Sie am geschlossenen Schrank, er darf sich nicht bewegen. Fotografieren Sie Verankerung und Typenschild für den Nachweis bei der Behörde.
Wo bewahre ich den Schlüssel zum Waffenschrank auf?
Am Körper oder in einem Behältnis, das selbst den Anforderungen für die Waffen genügt. Das Oberverwaltungsgericht NRW hat am 30.08.2023 entschieden (Az. 20 A 2384/20), dass der Schlüssel sonst das schwächste Glied der Kette ist. Das Sächsische OVG hat sich dem angeschlossen. Für einen Grad-0-Schrank heißt das: Der Schlüssel gehört in ein Behältnis mit mindestens Grad 0, nicht in eine Schublade oder einen Schlüsselkasten. Nachts, wenn Sie den Schlüssel nicht bei sich tragen, gilt das genauso. Ein Bankschließfach genügt laut LKA NRW in der Regel nicht.
Am einfachsten umgehen Sie das Problem mit einem Zahlen- oder Elektronikschloss. Elektronische, mechanische und biometrische Zahlenschlösser sind laut LKA NRW gleichermaßen zulässig, wenn sie zum Widerstandsgrad passen. Die Polizei Berlin empfiehlt bei Neuanschaffungen ausdrücklich ein Zahlenkombinationsschloss. Wollen Sie das Schloss eines vorhandenen Schranks tauschen, lassen Sie das von einer akkreditierten Stelle machen: Nach eigenhändigem Umbau erlischt die Zertifizierung in der Regel, schreibt das LKA NRW.
Auch der Notschlüssel eines Elektronikschlosses unterliegt denselben Regeln. Das LKA NRW nennt zwei Wege, ihn im Zahlentresor selbst zu verwahren oder zu vernichten.
Wie weise ich der Waffenbehörde die sichere Aufbewahrung nach?
Mit einem Beleg über die Klassifizierung des Schranks, und zwar von sich aus. § 36 Abs. 3 WaffG verpflichtet Sie, der Behörde die getroffenen oder geplanten Maßnahmen nachzuweisen, schon wenn Sie eine Waffenbesitzkarte beantragen. Welche Unterlagen genau gefragt sind, legt Ihre Behörde fest. Das Formular der Polizei NRW ist ein gutes Beispiel:
Rechnung oder Lieferschein in Kopie, mit Ihrem Namen, Ihrer Anschrift und der ausgewiesenen Klassifizierung des Schranks.
Fehlt der Beleg: Fotos vom geschlossenen Schrank mit Umgebung, vom geöffneten Schrank mit Wandung, Verriegelung, Verankerung und Inhalt sowie vom Typenschild mit lesbarer Klassifizierung.
Angaben zur Schlossart und, bei Schlüsselschloss, wo Sie den Schlüssel verwahren.
Ihre Versicherung, dass der Schrank nach Gesetz und Herstellervorschriften montiert ist.
Kommt die Waffenbehörde zur Kontrolle?
Das kann jederzeit passieren. Nach § 36 Abs. 3 WaffG müssen Sie der Behörde Zutritt zu den Räumen gewähren, in denen Waffen und Munition liegen. Gegen Ihren Willen darf sie Wohnräume nur zur Abwehr dringender Gefahren betreten. Die Polizei Berlin schreibt in ihrem Merkblatt, dass sie auch unangemeldet und ohne begründete Zweifel kontrolliert. Wer die Kontrolle ohne Grund verweigert oder gegen die Aufbewahrungsregeln verstößt, riskiert nach demselben Merkblatt ein Bußgeld bis 10.000 Euro und den Widerruf der Erlaubnis. Schon ein einzelner Verstoß kann reichen.
Worauf achte ich bei einem gebrauchten Waffenschrank?
Vor allem auf den Grad und den Nachweis. Ein gebrauchter Schrank mit Grad 0 oder I nach EN 1143-1 ist für Sie genauso tauglich wie ein neuer, wenn Sie die Klassifizierung belegen können. Prüfen Sie vor dem Kauf:
Typenschild an der Türinnenseite vorhanden und lesbar, mit Norm EN 1143-1 und Grad 0 oder I.
Zertifikat oder Unterlagen des Herstellers, ideal mit der Seriennummer vom Typenschild.
Originales Schloss oder ein Umbau durch eine akkreditierte Stelle mit Beleg. Nach Eigenumbau ist die Zertifizierung in der Regel weg.
Eine Kaufquittung, aus der Modell und Klassifizierung hervorgehen. Sonst bleiben Ihnen nur die Fotos für die Behörde.
Verzichten Sie, wenn auf dem Schild nur „Stufe A“ oder „Stufe B“ nach VDMA 24992 steht. Diese Schränke dürfen nach § 36 Abs. 4 WaffG nur weiter nutzen, wer sie schon vor dem 6. Juli 2017 für seine Waffen genutzt hat, dazu Mitnutzer im selben Haushalt, auch als Erben. Für Sie als neuen Besitzer gilt dieser Bestandsschutz nicht. Die Polizei Berlin stellt klar, dass er auch keine Ersatzbeschaffung umfasst.
Was Grad 0 oder I für Ihre Hausratversicherung bedeutet, hängt vom Vertrag ab. Hersteller nennen unverbindliche Richtwerte von 40.000 Euro privat für Grad 0 und 65.000 Euro für Grad I. Mehr dazu im Ratgeber Einbruch und Versicherung.
Kein Platz für einen Standschrank? Ein Wandtresor ist nur dann ein Waffenbehältnis, wenn er Grad 0 oder höher nach EN 1143-1 hat. Welche Modelle das erfüllen, zeigt der Wandtresor-Vergleich.
Häufige Fragen zum Waffenschrank
Welche Waffenschrank-Klasse brauche ich für Kurzwaffen?
Mindestens Widerstandsgrad 0 nach EN 1143-1. Wiegt der Schrank unter 200 kg, dürfen bis zu fünf Kurzwaffen hinein, ab 200 kg bis zu zehn. Für mehr Kurzwaffen verlangt § 13 Abs. 2 AWaffV Widerstandsgrad I. Langwaffen und Munition dürfen in beiden Klassen ohne Höchstzahl mit hinein.
Reicht ein Waffenschrank der Klasse 0 für Langwaffen?
Ja, in einer dauernd bewohnten Wohnung. In einem Schrank mit Widerstandsgrad 0 dürfen Sie Langwaffen in beliebiger Zahl samt Munition aufbewahren. In einem Gebäude, das nicht dauernd bewohnt ist, etwa einer Jagdhütte, sind höchstens drei Langwaffen erlaubt, und nur in Widerstandsgrad I (§ 13 Abs. 4 AWaffV).
Muss ein Waffenschrank verankert werden?
Im Text von § 13 AWaffV steht keine Verankerungspflicht. Die Hersteller schreiben sie aber vor: Format und Rottner nennen eine Verankerung für Schränke unter 1.000 kg. Die Polizei NRW lässt Sie im Nachweisformular versichern, dass der Schrank nach den Herstellervorschriften montiert ist. Verankern Sie ihn also so, wie es die Anleitung verlangt.
Zählt ein verankerter Schrank unter 200 kg wie einer mit 200 kg?
Das Gesetz sagt das nicht. § 13 Abs. 2 AWaffV stellt allein auf das Gewicht des Behältnisses ab. Eine Gleichstellung durch Verankerung kennt das NRW-Formular nur für alte Schränke der Stufe B. Wollen Sie mehr als fünf Kurzwaffen in einen leichteren Grad-0-Schrank legen, fragen Sie vorher Ihre Waffenbehörde.
Wie muss ich ein Luftgewehr oder eine Schreckschusswaffe aufbewahren?
Erlaubnisfreie Waffen, also etwa Luftgewehre mit F-Zeichen und Schreckschusswaffen mit PTB-Zeichen, gehören nach § 13 Abs. 2 Nr. 1 AWaffV mindestens in ein verschlossenes Behältnis. Ein zertifizierter Waffenschrank ist dafür nicht vorgeschrieben. Kinder und andere Unbefugte dürfen trotzdem nicht herankommen, das verlangt § 36 Abs. 1 WaffG.
Wo bewahre ich den Schlüssel zum Waffenschrank auf?
Am Körper oder in einem Behältnis, das selbst die Anforderungen für die Waffen erfüllt. So hat es das OVG NRW am 30.08.2023 entschieden (20 A 2384/20), das Sächsische OVG teilt diese Auffassung. Ein Schlüsselkasten oder eine Schublade genügt danach nicht. Mit einem Zahlen- oder Elektronikschloss betrifft die Frage nur noch einen etwaigen Notschlüssel.
Darf ich einen gebrauchten Waffenschrank kaufen?
Ja, wenn er Widerstandsgrad 0 oder I nach EN 1143-1 hat und das nachweisbar ist: lesbares Typenschild an der Tür, möglichst Zertifikat und Kaufbeleg. Ein gebrauchter Schrank der alten Stufe A oder B reicht für Sie nicht, denn der Bestandsschutz gilt nur für den bisherigen Besitzer und Mitnutzer in seinem Haushalt (§ 36 Abs. 4 WaffG).
Darf die Waffenbehörde meinen Waffenschrank kontrollieren?
Ja. Nach § 36 Abs. 3 WaffG müssen Sie der Behörde Zutritt zu den Räumen gewähren, in denen Waffen und Munition liegen. Gegen Ihren Willen darf sie Wohnräume nur bei dringender Gefahr betreten. Die Polizei Berlin weist darauf hin, dass sie auch unangemeldet und ohne konkreten Verdacht kontrolliert und eine unbegründete Weigerung zum Widerruf der Erlaubnis führen kann.
Gibt es einen Waffenschrank-Testsieger bei Stiftung Warentest?
Nein. Die Suche auf test.de nach „Waffenschrank“ ergab am 03.11.2026 keinen Treffer. Angaben wie „Testsieger“ auf Vergleichsportalen beruhen nicht auf einem Test von Stiftung Warentest. Wir testen ebenfalls nicht selbst. Belastbar sind der Widerstandsgrad und das Zertifikat einer Prüfstelle.
Wer hat das geschrieben?
Patrick Heil
Autor und Betreiber von einbruchsicherung-info.de
Beschäftigt sich seit 2017 mit Einbruchschutz und Nachrüsttechnik für Wohnung und Haus. Technikbegeistert, liest Normen, Prüfberichte und Montageanleitungen genau und vergleicht Produkte nach offenen Kriterien. Eigene Labortests macht er nicht.
§ 36 Waffengesetz (WaffG): Aufbewahrung von Waffen oder Munition. gesetze-im-internet.de, abgerufen am 03.11.2026.
§ 13 Allgemeine Waffengesetz-Verordnung (AWaffV): Aufbewahrung von Waffen oder Munition. gesetze-im-internet.de, abgerufen am 03.11.2026.
Der Polizeipräsident in Berlin, LKA 553: Merkblatt über die Aufbewahrung von Waffen oder Munition, Anforderungen seit dem 6. Juli 2017. 28.09.2017. berlin.de (PDF), abgerufen am 03.11.2026.
Polizei NRW: Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition. Merkblatt, Stand Juli 2017. polizei.nrw (PDF), abgerufen am 03.11.2026.
Polizei NRW: Erklärung zur Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition (§ 36 Abs. 3 Satz 1 WaffG). Formular, Februar 2024. polizei.nrw (PDF), abgerufen am 03.11.2026.
LKA NRW: FAQ Urteil OVG NRW zu den Anforderungen an Waffenschränke (OVG NRW, Urteil vom 30.08.2023, 20 A 2384/20). Stand März 2024. polizei.nrw (PDF), abgerufen am 03.11.2026.
Stiftung Warentest: Suche nach „Waffenschrank“ auf test.de, ohne Treffer. test.de, abgerufen am 03.11.2026.
Hartmann Tresore Schweiz AG: Bedienungsanleitung Wertschutzschränke Widerstandsgrad 0 bis VI. hartmann-tresore.ch (PDF), abgerufen am 03.11.2026.
Secureo Hawk Pistol und Rottner KWT-65 IT: Angaben aus den Amazon-Angeboten der Marken-Stores, abgerufen am 03.11.2026. Eine Herstellerseite mit diesen Daten lag uns nicht vor.