tuerschnapper

Türschnapper – ein Begriff, mehrere Bedeutungen

In diesem Beitrag möchten wir die möglichen Interpretationen des Begriff „Türschnapper“ oder auch oft „Türschnäpper“ aufbereiten, so dass Sie nicht mehr im Dunkeln stehen und ggf. auch wirklich den gewünschten Türschnapper finden!

Sobald ein Begriff mit mehreren Bedeutungen belegt ist, gestaltet sich die Internetsuche nach diesem schwierig. Ergibt sich die Bedeutung beim gesprochenen Wort meistens aus dem Zusammenhang, versteht Google nur eindeutige Ansagen. Ein bekanntes Beispiel eines sogenannten Homonyms ist die Birne. Spricht man von einer Birne, kann die Frucht oder aber die gute alte Glühbirne gemeint sein. Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff „Türschnapper“, der ebenfalls mit zwei Bedeutungen belegt ist. Möchte man nun im Internet oder auch im Baumarkt einen solchen erwerben, erntet man entweder zwiespältige Suchmaschinenergebnisse oder blickt in das Gesicht eines ahnungslosen Baumarktmitarbeiters. Dazu kommt, dass es für manche Gegenstände keine offizielle Bezeichnung gibt, die in einem Wörterbuch zu finden ist. Vielleicht haben Sie vor dem Lesen dieses Artikels überlegt, ob es ein anderes Wort für einen Türschnapper gibt. Der Duden beschreibt das Wort Schnapper mit dem Begriff „Falle“.

Die möglichen Interpretationen im Überblick

Keine Tür ohne Schlossfalle

Lassen Sie uns Licht ins Dunkel dieses Begriffes bringen. Ein Türschnapper im klassischen Sinne, wird offiziell Schlossfalle genannt und bezeichnet den Teil eines Schlosses, der eine Tür im Schließblech der Türzarge festhält, nachdem diese zugedrückt wurde. Die Tür ist nach dem Einrasten mithilfe dieser Vorrichtung nicht abgeschlossen, sondern wird nur von einer Schrägfalle gehalten. Drückt man den Türgriff herunter und wirft gleichzeitig einen Blick auf das Schließblech, kann man erkennen, dass sich der „Schnapper“ ins Innere der Tür zurückzieht. Auf diese Weise löst sich die Verriegelung und man kann die Tür öffnen. Haben Sie Ihre Haustür nur durch das Einrasten der Schrägfalle verschlossen, kann sie auch ohne das Herunterdrücken der Türklinke geöffnet werden. Durch einfaches Drücken bekommen Sie die Tür nicht auf. Doch ein Einbrecher könnte beispielsweise mit einem bestimmten Werkzeug die Schlossfalle, ohne Betätigung des Türgriffs, zurückschieben und Ihre Tür öffnen. Daher sollte die Haus- oder Wohnungstür beim Verlassen Ihres Heims, immer mit einem Schlüssel abgeschlossen werden.

Keine Tür muss offen stehen

Suchen Sie nach einer anderen Art Schnapper? Dann suchen Sie wahrscheinlich nach einer zusätzlichen Vorrichtung für Ihre Haus-, Wohnungs-, Terrassen- oder Balkontür. Sie möchten zwar, dass Ihre Tür im Schloss einrastet, sie soll sich aber auch ohne Betätigung des Türgriffes wieder aufdrücken lassen. Eine solche Vorrichtung wird Türschnapper, häufig aber auch Türschnäpper genannt. Ein solcher Türschnapper eignet sich hervorragend für Balkontüren. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen gerade gemütlich auf dem Balkon und wollen Ihren Feierabend genießen. Doch was ist das? Hinter Ihnen fällt ständig die Balkontür ins Schloss und macht unangenehme Geräusche. Ganz zu schweigen davon, dass die Tür von diesem ständigen Zuschlagen irgendwann kaputt geht. Wäre da ein Türschnäpper nicht ideal, um die Tür einrasten zu lassen? Viele Balkon- oder Terrassentüren haben außen keinen Türgriff, sodass sich dieses Problem häufig ergibt. Wenn Sie Raucher sind, möchten Sie vielleicht nicht, dass der Qualm in Ihre Wohnung zieht oder Sie wollen vermeiden, dass ungebetene Gäste in Form von Insekten hereinkrabbeln oder fliegen. Für all diese Fälle, eignet sich ein Türschnapper hervorragend. Ein solcher Balkontür-Schnäpper kann außerdem ein wirksamer Einbruchschutz sein. Da einige Türschnapper aus einem Bolzen und einer Führung bestehen, die formschlüssig ineinandergreifen, ist es nicht mehr möglich, die Tür mit Gewalt aufzuhebeln.

Mal eben schnell die Post holen

Ebenso kann es sinnvoll sein, Ihre Haustür mit einer Schnappvorrichtung auszustatten. Sie sind am Kochen und möchten nur schnell bei den Nachbarn ein paar Eier borgen. In der Eile finden Sie Ihren Haustürschlüssel nicht und haben Angst, dass Sie sich ausschließen, wenn Sie die Tür von außen nur verkeilen. Mit einem mechanischen Türschnapper können Sie unbesorgt sein. Türschnapper für Haustüren besitzen einen kleinen Haken, der am Türschloss sitzt. Sie verstellen beim Verlassen der Wohnung oder des Hauses einfach die Position dieses Häkchens und schließen die Tür. Kommen Sie nun mit Ihren Eiern nach einem kurzen Plausch von den Nachbarn zurück, brauchen Sie keinen Schlüssel hervorholen. Sie drücken die Türe einfach auf und schieben beim Eintreten in Ihr Heim, das Häkchen wieder in seine Ausgangsposition zurück. So kann nach Ihnen niemand ungebeten in Ihr Haus oder Ihre Wohnung eindringen. Auch mit Kindern im Haus, macht diese Vorrichtung in jedem Fall Sinn. An einem Spielenachmittag mit Freunden kann es durchaus vorkommen, dass die Kinder gefühlte einhundert Mal ins Haus hinein- und wieder herausrennen. Mit einem Türschnapper müssen Eltern nicht ständig aufstehen, weil die Kinder klingeln. Man nennt diese Vorrichtung auch mechanischen Türöffner.

Der elektrische Türschnapper

Nach dem gleichen Prinzip funktioniert der elektrische Türöffner, nur eben elektrisch mit Zugriffssteuerung. Ein elektrischer Türschnapper eignet sich vor allem für Türen, die ständig geöffnet werden müssen, aber dennoch nicht offen stehen sollen. Ein gutes Beispiel sind Arztpraxen. Dort gehen täglich viele Patienten ein und aus. Die Arzthelferinnen haben natürlich keine Zeit, jedem Patienten persönlich die Tür zu öffnen, zumal sich die Praxis eventuell im dritten Stock oder höher befinden kann. Eine Möglichkeit diesem Problem zu begegnen ist, einen elektrischen Türöffner zu installieren, der automatisch beim Klingeln aktiviert wird. So können sich die Patienten selbst die Tür öffnen. Natürlich wird die Funktion mit einer Zeitschaltuhr so reguliert, dass abends und nachts, niemand ins Gebäude eindringen kann.

Magnetisch, praktisch, gut

Ein weiterer Türschnapper, der an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll, ist der Magnet-Türschnapper. Er eignet sich nur bedingt für Außentüren. Entscheiden Sie sich dennoch für einen Magnet-Türschnapper im Außenbereich, sollten die Magnete im Inneren eine hohe Haltekraft haben. Ist dies nicht der Fall, kann es sein, dass schon ein leichter Windstoß die Tür einfach aufdrückt. Man findet Magnet-Türschnapper auch unter den Begriffen Magnetschloss oder Magnetschnäpper. Im Innenbereich können leichte Magnet-Türschnapper beispielsweise für Küchenschränke genutzt werden, die nicht oder nicht mehr richtig schließen. Gerade Holztüren können arbeiten und sich im Laufe der Jahre verziehen. Hier kann ein Magnet-Türschnapper Abhilfe schaffen. Es gibt verschiedene Varianten des Magnet-Türschnappers. Moderne Türen ohne Griff sind in der Regel mit einem „push-to-open“ Türschnapper ausgestattet. Der Nutzer drückt auf der Seite, an welcher der Magnet-Türschnapper verbaut ist, auf den Schrank und löst damit Pol und Gegenpol voneinander. Die Tür springt auf. Um die Tür wieder zu schließen, wird sie einfach zugedrückt.

Fazit – kleines Bauteil, große Wirkung

Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden, mit einem Türschnapper lässt sich so manche Herausforderung des Alltags leicht und schnell lösen.

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