Die Zahl der Einbrüche ist in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Der bundesweiten polizeilichen Kriminalstatistik zufolge wurden in 2015 mehr als 167.000 Wohnungseinbrüche registriert. Das ist nicht nur eine Steigerung um 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sondern auch ein neuer Höchststand. Schon 2014 verzeichnete man den höchsten Stand an Wohnungseinbrüchen in 15 Jahren. Im Jahr 2016 ist dabei kein Rückwärtstrend zu erkennen. Die Betroffenen leiden nicht nur unter dem Verlust von Wertgegenständen. Fast jeder Vierte der Opfer gibt in Umfragen an, mindestens 12 Monate nach dem Einbruch unter Anspannung und Stress in den eigenen vier Wänden zu leiden. Viele Opfer werden von Angst und Schlafstörungen geplagt, ein Teil wechselt auch den Wohnort, weil das Gefühl der Unsicherheit selbst Monate nach dem Einbruch zu hoch ist.

Angesichts dieser Folgen ist es umso sinnvoller, das Zuhause gegen Einbruchversuche abzusichern. Ein Tür-Zusatzschloss und entsprechende Lösungen für Fenster erschweren Einbrechern ihr Handwerk deutlich – und wirken im besten Fall von vornherein abschreckend.

Einfaches Zuschatzschloss, Panzerriegelschloss oder Stangenschloss?

Basisschutz mit dem kleinen Tür-Zusatzschloss

Hochwertige, sicher verankerte Türen und aufbohrsichere Türzylinder erschweren Einbrechern zwar ihr Handwerk – einen Einbruch verhindern können sie jedoch nicht. Sinnvoll ist es daher, zumindest einen mechanischen Basisschutz in Form eines Tür-Zusatzschloss zu verwenden. Das Tür-Zusatzschloss (auch: Kastenzusatzschloss) sichert die Schließseite einer Tür vor der gängigsten Einbruchmethode, dem Aufhebeln. Gute Schlösser bieten dabei einen Druckwiderstand von mindestens einer Tonne. Einige Modelle verfügen über einen Sperrbügel, der es erlaubt, die Tür auch in verriegeltem Zustand einen Spalt breit zu öffnen. Auf diese Weise ist es möglich, mit außen Stehenden an der Tür zu sprechen, ohne dass die Tür ganz aufgestoßen werden kann. Ein gutes Tür-Zusatzschloss kann von innen und außen geöffnet und geschlossen werden. In der Regel erfolgt die Bedienung mit einem Schlüssel. Einige Modelle besitzen an der Innenseite einen Drehknauf, mit dem sich das Schloss im Notfall schnell und einfach öffnen oder schließen lässt. Auf diese Weise kann die Wohnung bei Gefahr (z.B. im Brandfall) schnell verlassen werden.

Das kleine Tür-Zusatzschloss fällt optisch kaum auf und bietet einen soliden Grundschutz, kann Einbrecher aber nicht vollständig von ihrem Vorhaben abhalten. Sein größter Nachteil besteht darin, dass es nur die Schließseite sichert – eine Tür kann aber auch über die Scharnierseite aufgehebelt werden. Zur optimalen Sicherung empfiehlt sich daher ein zusätzlicher Schutz der anderen Seite. Davon abgesehen sorgen Schwerlastdübel, Vollstahl und extra gehärtete Sperrbügel für einen guten Schutz und schrecken Einbrecher, die unter Zeitdruck stehen, im besten Fall bereits vor einem Einbruchversuch ab.

Panzerriegelschloss: Hoher Schutz auf ganzer Breite

Einen deutlich höheren Einbruchschutz als kleine Kastenzusatzschlösser bietet das Panzerriegelschloss, das im Allgemeinen auch als Panzerriegel oder Querriegelschloss bekannt ist. Bei dieser Lösung sichert ein stabiler Panzerriegel aus extra gehärtetem Stahl die Tür über ihre gesamte Breite – und damit neben der Schließ- auch die Scharnierseite. Links und rechts rastet der Riegel in zwei Schließkästen ein, die fest im Mauerwerk verankert sind. Ein gewaltsames Aufbrechen der Tür ist damit praktisch unmöglich. Vorausgesetzt, diese Form des Tür-Zusatzschlosses wird fachgerecht montiert und durch eine stabile Tür ergänzt. Zu beachten ist, dass zur Montage eines Panzerriegelschlosses in vielen Fällen das Türblatt durchbohrt werden muss (wenn das Panzerriegelschloss auch von außer abschließbar sein soll). In Mietwohnungen bedarf es daher der Zustimmung des Vermieters.

Größter Vorteil des Panzerriegelschloss ist der Grad an Sicherheit, den er garantiert. Von außen sichtbar schreckt er Einbrecher wirkungsvoll ab – die meisten wissen, dass derart gesicherte Türen, wenn überhaupt, dann nur unter erheblichem Aufwand mit viel Lärm und Zeit aufgebrochen werden können. Von Nachteil ist in erster Linie die Optik dieser Lösung: Der breite Riegel des Panzerriegelschloss liegt quer über der gesicherten Tür und ist auch bei farblicher Angleichung nicht zu übersehen. Zudem bringt ein Panzerriegelschloss mehrere Kilogramm auf die Waage. Da sie fest mit der Tür verbunden sind, ist diese aufgrund des zusätzlichen Gewichtes schwerer zu öffnen und zu schließen.

Stangenschloss: Verlässlicher Schutz für Fenster und Terrassentüren

Fenster und Fenstertüren erfreuen sich bei Einbrechern besonders großer Beliebtheit. Sie sind in der Regel am wenigsten gesichert – zum Teil, weil viele Menschen nicht wissen, wie Glasfronten überhaupt gesichert werden können. Eine optimale Lösung für diese Fälle bietet ein Stangenschloss. Die Zusatzschlösser sind in verschiedensten Breiten erhältlich und sichern Fenster (fast) jeder Größe ebenso wie beispielsweise Terrassentüren. Stabile Sicherungspunkte an verschiedenen Stellen und formschöne Riegelstangen verbinden im besten Fall ein deutlich erhöhtes Maß an Sicherheit mit einer ästhetischen Optik. Fest verankert auf Fenstern und Glastüren bieten ein Stangenschloss einen zuverlässigen Schutz vor Druckbelastung und Aufhebelversuchen. Einige Modelle verfügen über einen integrierten Alarm, der schon bei Einbruchversuchen lautstark für Aufmerksamkeit sorgt. Derart gesichert bleibt Einbrechern maximal die Möglichkeit, Fenster oder Glastüren einzuschlagen. Für diese Fälle sorgen optionale Glasbruchmelder und Spezialfolien dafür, dass der Weg in Wohnung oder Haus dennoch versperrt oder der Einbruch zumindest nicht unbemerkt bleibt.

Zweiter großer Einsatzbereich für ein Stangenschloss sind Türen in Altbau-Wohnung. Hier sind meist ziemlich hohe und breite Türen, gerne auch mal Doppeltüren, verbaut. Für diese Bauart ist ein Panzerriegelschloss in den meisten Fällen nicht geeignet, da es nicht adäquat angebracht werden. Auch hier emphiehlt es sich ein Stangenschloss einzusetzen.

Zeitgemäße Stangenschlösser sind zwar nicht unsichtbar, aber zumindest formschön und vergleichsweise schmal. Ihr Nachteil ist zugleich ein Vorteil: Einbrecher sehen auf den ersten Blick, dass ein Fenster oder eine Glastür gesichert ist, was die Abschreckung erhöht. Betätigt werden kann ein Stangenschloss je nach Modell über den Griff – vorausgesetzt, es handelt sich dabei um ein moderneres, abschließbares Modell.

Fazit: Zusatzschloss Haustür

Ein Tür-Zusatzschloss für Ihre Haustür lohnt sich auf jeden Fall. Den besten Schutz bietet nachwievor ein Panzerriegelschloss. Sofern möglich sollten Sie ihre Außentüren mit solch einem Tür-Zusatzschloss nachrüsten. Aber selbst die deutlich preiswertigere Alternative in Form eines kleinen Tür-Zusatzschlosses kann sich im Ernstfall bezahlbar machen. Selbst dieser Schutz kann Einbrecher abschrecken oder zumindestens wertvolle Zeit gewinnen. Prinzipiell empfiehlt es sich beim Thema Einbruchschutz auf Markenprodukte zu setzen. Viele „NoName“-Produkte aus dem Baumarkt können in Hinblick auf Qualität und Verarbeitung nicht überzeugen. Hier lohnt sich die Mehrinvestition spätestens bei einem Einbruchversuch. Wer Geld sparen möchte, sollte die Produkte einfach im Internet bestellen, hier sind sie in der Regel deutlich günstiger als im Baumarkt oder dem Fachhandel.

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